ITS-Newsletter mit Berichten und Forschungsergebnissen
Quelle: ITS, International Turfgrass Society
Bearbeitung: Dr. Klaus Müller-Beck, Ehrenmitglied Deutsche Rasengesellschaft e.V.
Die International Turfgrass Society ITS veröffentlicht mehrfach im Jahr einen Newsletter, der einerseits über Veranstaltungen und Events aus der internationalen Rasen-Szene berichtet, andererseits informieren Wissenschaftler über laufende und abgeschlossenen Forschungsprojekte aus den jeweiligen Ländern.
Der aktuelle Newsletter Juni 2026, der kürzlich erschien, stellt u.a. Vergleichs-Untersuchungen aus Südeuropa zu „Bermudagrass“ (Warm Season Gras) dar. Eine größere Studie aus Australien informiert über die Möglichkeiten der gezielten Wurzelmessungen in einer „Wurzel-Box“.
Nachfolgend sind ausgewählte Meldungen aus dem jüngsten ITS-Newsletter aufgeführt.
Bermudagrass gewinnt an Bedeutung
Einige Rasenflächen der WM 2026 haben gezeigt, das die Verwendung von Hybrid-Bermudagrass in den südlichen Zonen bei hohen Temperaturen eine Möglichkeit bietet, auch unter Hitze-Bedingungen auf Naturrasen zu spielen. In Südeuropa wird bereits seit längerem mit Bermudagrass gearbeitet.
In seinen Ausführungen weist Prof. Stefano Marcolino von der Universität Padua, daraufhin, dass durch den Bedarf an trockenheits- und hitzebeständigeren Rasensystemen die Verbreitung von „Warmzonen-Gräsern“ im mediterranen Europa deutlich zugenommen hat. Allerdings liegen nach wie vor nur begrenzte Daten zur Anpassung und Leistungsfähigkeit der neuesten Bermudagrass-Sorten in verschiedenen mediterranen Standortbedingen vor. Eine aktuelle Studie der Universität Padua (Italien) und der Polytechnischen Universität Valencia (Spanien)
untersuchte drei ausgesäte Bermudagrass-Sorten, nämlich ARDEN 15, PRINCESS 77 und SULTAN, unter verschiedenen Düngungs- und Biostimulanz-Behandlungen.
Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Leistungsfähigkeit von Bermudagrass stark von den lokalen klimatischen Bedingungen beeinflusst wird, wobei die Temperatur einen signifikanten Einfluss auf die Winterruhe, das Ergrünen im Frühjahr und die Kohlenhydratreserven hat.
Insgesamt bestätigte die Studie, dass der Hauptfaktor, der die
Leistung von Bermudagrass beeinflusst, dessen Anpassung an spezifische Umweltbedingungen ist, wobei Biostimulanzien nur eine teilweise Verbesserung der Rasenqualität und der saisonalen Übergänge bewirken.
Objektive Messung von Rasen-Wurzelsystemen zur Phänotypisierung
In einem ausführlichen Beitrag berichtet Will Bowden von PGGW/DLF Oceania über die Entwicklung eines innovativen Verfahrens zur Prüfung von Rasengräserwurzeln in einem Rhizotron. Ziel des Projektes war es, die Entwicklung eines zuverlässigen und objektiven Verfahrens zur Charakterisierung von Merkmalen des Wurzelsystems bei unterschiedlichen Rasengräserarten zu entwickeln. Die Kultivierung der Gräser erfolgte die unter kontrollierten Umweltbedingungen, wobei das das Wurzelprofil nicht gestört wurde.
Die Methodik sollte das Screening bei der Gräserzüchtung in frühen Phasen mit Keimplasma unterstützen. Eine wesentliche Anforderung an das Verfahren war, dass es wiederholbar, leistungsstark und ressourceneffizient sein sollte. Hierzu wurde ein bestehender Rhizotron-Ansatz weiterentwickelt und ein vollautomatisches Wurzelbildanalyse-Tool (faRIA = fully automated root image analysis tool) integriert, um den Umfang und die Genauigkeit der messbaren Wurzelparameter zu erweitern.
Auf der Grundlage des faRIA-Modells wird jetzt die Überprüfung der Wurzelkennzahlen als fester Bestandteil des Benotungssystems in der Gräserzüchtung bei PGGW/DLF Oceania integriert.
Weitere Themen des Newsletters:
- Australia Sports Turf and Golf Management Conference 2026.
- The Argentina Golf Association held the 36th Technical and Commercial Meeting on Golf Course Maintenance.
- Seminar “Innovation and Sustainability: New Frontiers in Turfgrass Maintenance”
Mehr Information: www.turfsociety.com/2026/07/08/june-2026-newsletter/