Rasenflächen als Teil urbaner Retentionsräume zur klimaresilienten Stadtentwicklung
Autor: Stefan Vogel
Im Spannungsfeld zwischen Klimaanpassung, Nutzung und Pflege rücken Rasenflächen zunehmend in den Fokus urbaner Entwicklung. Dieser Themenkomplex wurde Ende April in Leipzig praxisnah und mit klaren personellen Weichenstellungen beleuchtet.
Beim 139. Rasenseminar der Deutschen Rasengesellschaft e.V. (DRG) wurde deutlich, wie Rasenflächen als Teil urbaner Retentionsräume zur klimaresilienten Stadtentwicklung beitragen – fachlich fundiert, praxisnah und getragen von einer gut aufgestellten Verbandsarbeit.
Rasen als Bestandteil klimaresilienter Stadtentwicklung
Unter dem Leitthema ,Rasen in urbanen Retentionsräumen‘ wurde an zwei Seminartagen deutlich, dass Rasenflächen längst mehr sind als schmückendes Beiwerk. An Stationen wie der Rietzschke-Aue, dem Parkbogen Ost am Sellerhäuser Viadukt, dem Bruno-Plache-Stadion (Heimstätte von ,LOK Leipzig‘), der Fritz-von-Harck-Anlage, dem Johannapark sowie der Red Bull Arena wurde anschaulich vermittelt, wie sich Gestaltung, Funktion und klimaresiliente Stadtentwicklung miteinander verbinden lassen.
Die Exkursion als zentraler Bestandteil des ersten Seminartages bot zugleich Raum für intensiven fachlichen Austausch, ein erfahrungsgemäß nicht zu unterschätzender Mehrwert des Formats.
Fachliche Impulse und Blick nach vorn
Inhaltlich setzte die Vortragstagung am zweiten Seminartag klare Schwerpunkte, von wassersensibler Stadtentwicklung über konkrete Praxisprojekte bis hin zu Forschungsansätzen rund um nachhaltige urbane Rasenflächen im Klimawandel.
Das Seminar verdeutlichte einmal mehr die Stärke des Formats aus Exkursion, Vorträgen und fachlichem Austausch. Gleichzeitig wurde sichtbar, dass mit wachsenden Herausforderungen auch das fachliche Fundament und die Bereitschaft zur aktiven Gestaltung weiter zunehmen.
Mitgliederversammlung mit Signalwirkung
Ein zentraler Punkt des zweiten Seminartages war die Mitgliederversammlung mit Neuwahlen des Vorstands. Sieben der zehn Positionen wurden neu besetzt, ein Einschnitt, der zugleich für Erneuerung steht. Mit Timo Blecher als Vorsitzendem sowie Prof. Martin Bocksch und Susanne Wöster als stellvertretende Vorsitzende stellt sich die DRG künftig breit auf.
Zum weiteren Vorstand gehören Julian Broscheit, Dr. Jan Cordel, Stefanie Jurthe, Maximilian Karle, Dr. Michael Schlosser, Johannes Schüchen und Roger Trüb. Die Zusammensetzung spiegelt eine ausgewogene Mischung aus Praxis, Forschung und Industrie wider.
Ehrungen für prägende Persönlichkeiten
Besondere Aufmerksamkeit galt der Ernennung von Dr. Harald Nonn und Dr. Gabriela Schnotz zu DRG-Ehrenmitgliedern. Beide Persönlichkeiten haben die Entwicklung der Deutschen Rasengesellschaft über viele Jahre hinweg maßgeblich geprägt.
(Gesonderte Berichte siehe Aktuelles diese Website).
Das Seminar endete mit einem Dank an die Beteiligten in Vorstand und Organisation für die gelungene Durchführung und dem Hinweis auf das 140. DRG-Rasenseminar, das am 28./29. September 2026 in Papenburg im Emsland stattfinden wird. Es steht unter dem Leitthema: „Zukunft Rasendüngung: mineralisch, organisch die Mischung machts.“
Ein weiterer Bericht erscheint in der Zeitschrift „Rasen-Turf-Gazon“ 2-2026.