RASENTHEMEN SEIT 1999

Rasenthema: April 2008

Autoren: © Dr. Klaus Müller-Beck, Vorsitzender Deutsche Rasengesellschaft

 

„Problemlösungen für die Rasenpflege“ –  eine Telefonaktion am Ostersonntag 2008

Im Rahmen einer Ratgeber-Telefonaktion der Zeitung „BamS“ konnten am Ostersonntag 34 Telefonate in einer dreistündigen Schaltung vom Vorsitzenden der DRG, Dr. Klaus Müller- Beck, angenommen und beantwortet werden.
Mit weitem Abstand zählte die Frage zur „Moosentwicklung und Moosbekämpfung im Rasen“ zu den wichtigsten Problemen der Rasenbesitzer.
Im Folgenden sind einige relevante Fragen und die Antworten des Rasenexperten zusammengestellt.

 

„Warum erscheinen in meinem Rollrasen helle und dunkle Flächen, was kann ich dagegen tun?“

„Auch der Fertigrasen von der Rolle besteht aus unterschiedlichen Gräserarten. Nach dem Verlegen der Soden kommen Rasenstücke zusammen, die auf dem Feld beim Produzenten nicht unbedingt nebeneinander lagen. So ergeben sich kurzfristig Farbunterschiede.
Eine Startdüngung nach dem Verlegen sorgt für die Intensivierung der Grünfärbung und eine Anpassung des Rasenaspektes innerhalb der Gesamtfläche. Bei größeren „Nestern“ von Fremdarten sollten die Teile möglichst frühzeitig ausgewechselt werden. Der Fertigrasen lebt und passt sich in seiner Artenzusammensetzung den Standort- und Pflegebedingungen an.

 

Rollrasens
Abbildung: (Foto: K. Müller-Beck)

 

Abschießende Bearbeitung eines frisch verlegten „Rollrasens“ mit der Glattwalze
zur Herstellung des Bodenkontaktes und zur Optimierung der Ebenflächigkeit.
Hellere und dunklere Sodenpartien lassen sich durch eine Startdüngung farblich rasch anpassen.

 

„Was mache ich gegen das zunehmende Moos im Rasen?“

 „Moose breiteten sich besonders bei zu tiefem Mähen (unter 3 cm) oder bei Nährstoffmangel der Gräser aus, da auf diese Weise die Konkurrenzkraft der Gräser geschwächt wird.  Hier hilft das Anheben der Schnitthöhe sowie eine optimale Nährstoffversorgung zur Vermeidung unerwünschter Moospolster. Bei ungünstigen  Standortbedingungen (z.B. starke Schattenbildung oder Staunässe im Boden) sollten diese Faktoren verbessert werden, damit eine nachhaltige Optimierung einsetzen kann. Beim Einsatz von Spezialprodukten zur Bekämpfung von Moosen werden Präparate mit einer Kontaktwirkung benutzt.  Die Fachmärkte bieten Dünger + Moosvernichter als Kombinationsprodukte an, so dass die Moose schwarz werden und die Gräser durch die Nährstoffwirkung gefördert werden. Innerhalb weniger Wochen wird der  Rasen von seinen Konkurrenten befreit und das Dichtewachstum der Gräser somit gefördert.

Das abgestorbene Pflanzenmaterial wird mit der Harke oder dem Vertikutierer entfernt.
Der Zeitpunkt für eine Behandlung der vermoosten Rasenflächen ist jetzt im zeitigen  Frühjahr besonders günstig; denn so werden die Gräser zum Wachstum stimuliert und die Moospflanzen sterben ab.

 

„Wie sollte ich nach dem Winter mit der Rasenpflege starten?“

Nach der Vegetationsruhe wird der Rasen durch zunehmende Temperatur zum Wachstum angeregt. Bevor es oberirdisch losgeht, bilden die Gräser neue Wurzeln im Boden. Damit der Rasen jetzt frühzeitig aus dem Winterschlaf erwacht, sollte als erste Pflegemaßnahme die Startdüngung erfolgen; denn die frischen Wurzeln nehmen diese Nährstoffe begierlich auf und der Rasen wird rascher grün. Da einige Gräser während der Wintermonate bereits einen kleinen Zuwachs gebildet haben sorgt der erste Schnitt im März wieder für eine einheitliche Rasenhöhe und auch kleine Verunreinigungen (Blätter, Ästchen, Zapfen etc) werden somit entfernt.
Eine Vertikutiermaßnahme sollte in jedem Falle erst ca. 10 bis 14 Tage nach der Düngung vorgenommen werden, denn mit den Nährstoffen sind die Gräser vital und vertragen somit die mechanischen Verletzungen durch den Vertikutierer besser. Die Regeneration der Gräser durch Bestockung tritt deutlich rascher ein!

 

Rasenunkräuter
Abbildung: (Foto: K. Müller-Beck)


Rasenunkr äuter stehen in Konkurrenz zu den  Gräsern. Mit dem rosettenartigen Wuchs unterdrückt beispielsweise das Gänseblümchens (Bellis perennis) die Gräser und verbreitet sich in der Rasennarbe.

 

„Wie vermeide ich die Verunkrautung meines jungen Rasens, es kommen immer neue Kräuter?“

„Ein strapazierfähiger Rasen benötigt ausreichende Nährstoffe zur Bildung von möglichst vielen Seitentrieben, die dann eine dichte, geschlossene Rasendecke bilden. Erst wenn der Rasen lückig geworden ist, können unerwünschte Pflanzen, wie beispielsweise Löwenzahn, Wegerich, Gänseblümchen oder Moose in die Rasenfläche einwandern. Bei ausreichender Förderung der Gräseransprüche haben unerwünschte Pflanzenarten kaum die Chance, einen Platz zu finden.

Einzelpflanzen sollten mit dem Messer ausgestochen werden. Bei zunehmendem Besatz empfiehlt es sich, eine Behandlung mit geeigneten Herbiziden (Unkrautvernichter bzw. Dünger + UV)  vorzunehmen.

Bitte beachten Sie beim Einsatz dieser Pflanzenschutzmittel die behördlichen Auflagen sowie die Anwendungshinweise der Hersteller sehr genau.
Da es sich bei den meisten Herbiziden um Wuchsstoffmittel handelt, muss die Behandlung des Rasens möglichst in die Hauptwachstumszeit, also beispielsweise im Mai vorgenommen werden. Eine letzte Applikation wäre spätestens in der 1.September-Hälfte möglich.

Eine Bekämpfung der Unkräuter mit dem Vertikutierer ist nicht ratsam, da durch die leichte Bodenbearbeitung vorhandene Samen im Boden stimuliert werden und somit neue unerwünschte Pflanzen im Rasen auflaufen.

 

Tabelle: Übersicht zu den wichtigsten Rasenunkräutern mit kurzer Charakterisierung (in Abstimmung mit Rasen-Fachstelle Hohenheim RFH, 2008)

Botanischer Name Deutscher Name Vorkommen / Bemerkungen
Bellis perennis Gänseblümchen fast überall, ausdauernd, verträgt Tiefschnitt
Cerastium holosteoides Gemeines Hornkraut Feuchtlagen, Schattenzeiger
Glechoma hederacea Gundelrebe Feuchtlagen, Schattenzeiger
Plantago lanzeolata Spitzwegerich in allen Lagen
Plantago major Breitwegerich in verdichteten Bereichen, feucht
Plantago media Mittlerer Wegerich trocken, trittverträglich
Potentilla spec. Fingerkraut alle Lagen, kriechend
Poygonum aviculare Vogelknöterich Trittfest, N-Zeiger
Prunella vulgaris Kleine Braunelle Verdichtungen, kriechend
Ranunculus repens Kriechender Hahnenfuß fette Böden, schwer zu bekämpfen
Sagina procumbens Mastkraut N-zeiger, feucht, tiefschnittverträglich
Stellaria media Vogelmiere feucht, Schatten, trittfest
Taraxum officiale Gewöhnlicher Löwenzahn alle Lagen, trittverträglich, lokale Spezies, Nährstoffzeiger
Trifolium repens Weißklee Tiefschnitt, trittfest, Ausläufer
Veronica filiformis Fadenehrenpreis Züchtung, herbizidresistent, kriechend
Veronica spec. Ehrenpreis feucht, (tief-)schnittverträglich
Achillea millefolium Schafgabe stark verbreitet, trocken
Trifolium dubium Fadenklee stark verbreitet, trocken bis feucht

 

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