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Rasenthema: februar 2018

Autoren: © Dr. Klaus Müller-Beck, Ehrenmitglied Deutsche Rasengesellschaft e.V.

Rasengräser starten im Frühjahr schneller mit einer Düngung

Ein gesunder, dichter und  kräftig grüner Rasen beschreibt die Wunschvorstellung vieler Gartenbesitzer. Dieses Ziel wird aber auch in der professionellen Rasenpflege auf den Golf- und Sportanlagen angestrebt. Jetzt zum Ausgang des Winters können nicht alle Rasenflächen diesen Anforderungen gerecht werden.

Ein wichtiger Bestandteil der Pflegemaßnahmen zur Erreichung dieser  Zielvorstellungen, ist die Düngung des Rasens. Sie sichert die Versorgung der Graspflanzen mit allen benötigten Nährstoffen für  ein optima­les Wachstum.
Eine sachgemäße Rasendüngung führt dann zu einer dichten, frisch grünen Grasnarbe.

Ausgewogene Nährstoffversorgung beachten

Im zeitigen Frühjahr erkennt man die Rasenflächen, die im Spätherbst des Vorjahres mit einer“ Winterdüngung“ versorgt wurden (Abbildung 1).

 

Ansicht einer Versuchsrasenfläche im Februar
Abb.1: Ansicht einer Versuchsrasenfläche im Februar mit Wirkung der Düngerapplikation aus dem Spätherbst. (Foto: K.G. Müller-Beck)

 

Grundsätzlich sollte der Rasen während der Wachstumszeit mit allen erforderlichen (essenziellen) Nährstoffen für eine gesunde Gräser-Entwicklung versorgt werden. Eine gute Möglichkeit zur Überprüfung der Versorgungsstufe des Bodens bietet die Bodenanalyse vor der ersten Düngung im Frühjahr (siehe auch Bild Monat Februar 2018).
Ein ausgeglichenes Nährstoffangebot fördert das Graswachstum und erhöht die Strapazierfähigkeit des Rasens. Die Intensität des Wachstums und der Ausprägung der Grünfärbung wird insbesondere durch das Nährelement Stickstoff (N) beeinflusst. Gut versorgte, kräftigte Graspflanzen sind in der Lage, Moos und Unkräuter zu verdrängen.

 

Ausbringung des Rasendüngers mit dem handgeführten Schleuderstreuer.
Abb. 2: Ausbringung des Rasendüngers mit dem handgeführten Schleuderstreuer.
(Foto: K.G. Müller-Beck)

 

Spezielle Rasendünger mit Langzeit-Stickstoff (N) sind so zusammengesetzt, dass ein Teil des Stickstoffs den Graspflanzen unmittelbar zur Verfügung steht. Der Langzeitanteil wird bedarfsgerecht nach und nach freigesetzt oder umgewandelt. So ist es möglich, den Rasen für einen längeren Zeitraum mit diesem Nährstoff zu versorgen, ohne dass es zu einem zeitweiligen Überangebot oder gar zu Verbrennungen des Rasens kommt. Moderne Rasen-Volldünger enthalten außer Stickstoff auch noch weitere lebensnotwendige mineralische Pflanzennährstoffe, wie Phosphat, Kalium, Magnesium und auch Eisen. Derartige Rasenspezialdünger sichern bei zwei, besser jedoch bei drei Düngergaben pro Jahr eine optimale und gleichmäßige Ernährung des Rasens.

 

Schematische Darstellung der MO-Extraktions Technik mit einem separaten Extraktionsgefäß.
Abb. 3: Handdüngerstreuer mit Akku zur Verteilung kleinerer Düngermengen.
(Foto: K.G. Müller-Beck)

Düngungstermine beeinflussen Rasenaspekt

Neben der Düngungshöhe und der Anzahl Düngergaben pro Jahr spielt der Zeitpunkt der Düngung eine entscheidende Rolle für die Gleichmäßigkeit des Rasenaspektes. Üblicherweise fällt die erste Gabe ins Frühjahr, die zweite nach Abschluss des starken Gräserwachstums Ende Mai/Anfang Juni. Die dritte Gabe wird im August ausgebracht.
Für das rasche Ergrünen nach dem Winter spielt der Termin der Frühjahrsdüngung eine besondere Rolle. Dabei stellt sich die Frage: Wann soll gedüngt werden?

Das hängt maßgeblich von den unterschiedlichen Witterungsbedingungen im Frühjahr ab. Einerseits soll nicht zu früh gedüngt werden, damit der Dünger nicht unproduktiv in der Rasennarbe liegt, anderseits wird der Rasen bei zu langem Warten erst sehr spät grün.

Wärmesumme bestimmt Start für Rasendüngung

Eine Methode zur Abschätzung des optimalen Düngezeitpunktes von Rasenflächen wurde vor einigen Jahren am Agrarzentrum in Limburgerhof entwickelt. Dabei wurden die positiven Tagesmittel-Temperaturen, beginnend mit dem 1. Januar, aufsummiert. Es zeigte sich in mehrjährigen Untersuchungen, dass die einzelnen Temperatursummen zu sehr unterschiedlichen Terminen erreicht wurden. In einem Jahr ermittelte man die Temperatursumme von 100 °C erst Mitte März (sehr kaltes Frühjahr). In den Folgejahren erzielte man den Wert 100 °C Mitte Februar bzw. bereits Mitte Januar (sehr milder Winter).
Die Temperatursummen bzw. die Tagesmittelwerte können bei den regionalen Stationen des Deutschen Wetterdienstes abgerufen werden.

Die durchgeführten Düngungsversuche mit einem Rasen-Langzeitdünger zeigten, dass der Rasen besonders früh grün wird, wenn die Düngergabe bereits bei einer Temperatursumme von 150 °C ausgebracht wird.
Da das Wurzelwachstum dem oberirdischen Aufwuchs voraus eilt, ermöglicht die zielorientierte Nährstoffausbringung in Abhängigkeit vom Temperaturverlauf den Gräsern schon sehr früh eine langsame Nährstoffaufnahme. Bei etwas günstigeren Wachstumsbedingungen können die Nährstoffe dann sofort in Blattgrün und Blattwachstum umgesetzt werden.
Wird dagegen erst bei Einsetzen des schönen Wetters gedüngt, erfordert der Weg der Nährelemente durch den Boden bis in die Wurzeln und den weiteren Transport durch die Pflanze bis ins Blatt eine gewisse Zeit, die dann für das Wachstum und die Grünausprägung fehlt.
Der frühere Düngetermin sorgt bereits im zeitigen Frühjahr für einen schönen, grünen Rasen.

 

Schematische Darstellung der MO-Extraktions Technik mit einem separaten Extraktionsgefäß.

 

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