Autor: © Dr. Gabriela Schnotz, JULIWA-HESA GmbH, Heidelberg
Seien wir doch mal ehrlich – wer rechnete schon vor einem Jahr mit dem Bundesligisten Hoffenheim? Immer häufiger „googelten“ sich die aufmerksamen Beobachter ihr Wissen dann zusammen und sei es nur, um zu erfahren, wo Hoffenheim eigentlich liegt.
Tatsächlich handelt es sich hier um einen sehr alten Ort, der bereits im Jahre 773 urkundliche
Erwähnung fand. Die frühere selbständige badische Landgemeinde wurde im Jahr 1972
zu Sinsheim eingemeindet und ist mit etwas über 3000 Einwohnern tatsächlich eher ein Dorf
zu nennen.
Nachdem der Bezug zu Sinsheim jetzt geschaffen ist, kommt es dem einen oder anderen vielleicht doch
eher bekannt vor. Ca. 25 km südöstlich von Heidelberg im sogenannten Kraichgau gelegen,
ist die Stadt bekannt durch das große Auto- und Technikmuseum, das durch die ausgestellten
Flugzeuge den Nutzern der Autobahn A 6 ins Auge sticht.
Jetzt befindet sich auf der anderen Seite der A 6 der neue Blickfang – die Rhein-Neckar-Arena. Der imposante Bau thront am Berg gelegen über der Region. Die neu gebaute Ausfahrt Sinsheim Süd macht das Erreichen leicht, ebenso gelangt man jetzt auf kurzem Weg zum Messegelände und zum Museum, was mit Sicherheit auch eine Entlastung für die Sinsheimer Bürger bedeutet.

Der neue Rasen in der Rhein-Neckar-Arena unmittelbar nach der Verlegung im Dezember 2008
(Foto: G. Schnotz)
Mit den Arbeiten zum neuen Stadion wurde am 25. Mai 2007 begonnen, nachdem ein langes hin und her über den Standort beendet war. Heidelberg lehnte im Sommer 2006 den Bau endgültig ab und Sinsheim freut sich nun über eine weitere Attraktion. Allerdings ist die Größe des Geländes auch ideal für die Arena – großzügige Parkflächen rund um den Bau und auf der anderen Seite des Zubringers sollten einen reibungslosen Ablauf während der Spiele und anderer Veranstaltungen gewährleisten.
Seit Anfang Dezember 2008 ist das Spielfeld bereits fertig gestellt. Nachdem der Unterbau des
Feldes mit Drainage, Rasenheizung und Tragschicht hergestellt war, wurde der Spielfeldbelag als
Rollrasen aus der Region an der Bergstraße verlegt. Auf diese Weise war zumindest die Gewähr
für die Spielmöglichkeit mit Beginn der Rückrunde Ende Januar gegeben. Bei der Zusammensetzung
des Fertigrasens dominierte die Grasart Wiesenrispe in verschiedenen Sorten, neben einem Anteil
von ca. 40 % Lolium perenne. Bei kurzen Transportwegen konnten die ca. 500 Rollen auf der Anzuchtfläche
frisch geschält „just in time“ für die Verlegung geliefert werden.
Zu diesem Zeitpunkt war allerdings am eigentlichen Gebäude noch viel zu tun, damit 30.000 Zuschauer
Platz finden und die ca. 40 Business-Logen bereit sind.

Die TSG 1899 Hoffenheim verdankt die neue Arena ihrem langjährigen Mäzen Dietmar Hopp,
der bereits das Stadion in Hoffenheim finanzierte, das aber mit nur ca. 6.000 Plätzen zu klein
geworden war.
Aus diesem Grund mussten die Heimspiele der Hinrunde im Carl-Benz-Stadion in Mannheim stattfinden.
Nun hat Hoffenheim den ersten Gegner in der Bundesliga-Rückrunde, den FC Energie Cottbus,
am 31. Januar in Sinsheim empfangen und 2:0 besiegt.

Das Er öffnungsspiel am 24. Januar hatten
die Hoffenheimer gegen eine Rhein-Neckar-Auswahl ebenfalls mit einem Sieg abgeschlossen. (Foto: G. Schnotz)
Im Jahr 2011 wird die Rhein-Neckar-Arena ein Austragungsort der Frauenfußball-WM sein.
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