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Rasenthema: Juli 2008

Autoren: © Dr. Harald Nonn, Rasenforschung WOLF-Garten/EUROGREEN

Schnittgutanfall von Gebrauchsrasenmischungen

Einleitung

Anknüpfend an den Beitrag von Februar 2008, in dem die Versuchsanlage und die Ergebnisse zur Aufwuchshöhe vorgestellt wurden, folgen nun Resultate zum Schnittgutanfall.
Zur Erinnerung: Verglichen wurden in einem Rasenmischungsversuch an der Universität Bonn 2 Mischungen des Typs „Berliner Tiergarten“ (BT 1 und BT 2) mit 4 Rasenmischungen auf Basis hochwertiger Rasenzuchtsorten: Sportrasen „Fun“, Spielrasen „Family“, Strapazierrasen „Loretta“ und Schattenrasen „Supra“. Die Ansaat erfolgte in 2003, die Schnittgutmengen wurden über 2 Vegetationsperioden vom 02.07.2003 bis 19.10.2004 erfasst. Die ausführlichen Versuchsergebnisse sind in der Zeitschrift „Rasen-Turf-Gazon“ publiziert¹ .

¹) Nonn, H. et al., 2006: Qualitätseigenschaften verschiedener Gebrauchsrasenmischungen. Teil 1: Versuchsanlage, Aufwuchshöhe und Schnittgutanfall. Rasen-Turf-Gazon 37, 135-141.

 

Schnitthöhe beeinflußt Rasenqualität
Abb.: Schnittgutanfall beim Gebrauchsrasen bedeutet Arbeits- und
Entsorgungsaufwand für den Gartenbesitzer (Foto: Dr. K. Müller-Beck)

Ergebnisse- Schnittgutanfall

In den ersten 4 Wochen der Etablierungsphase erreichte der addierte Schnittgutanfall der Rasenmischungen Berliner Tiergarten 1 und Berliner Tiergarten 2 1100 bis 1200 g/m2 während der Schattenrasen sowie der Strapazierrasen mit ca. 900 g/m2 deutlich geringere Biomasse produzierten. Im selben Zeitraum erzeugten der Sportrasen und der Spielrasen ca. 1000 bis 1100 g/m2 Schnittgut (Grafik 1). Bedingt durch Hitze und Trockenheit kam es ab Ende Juli bis Mitte August 2003 fast zu einer Stagnation des Wachstums in allen Rasenmischungen. Der Zuwachs betrug in diesem Zeitraum teilweise nur noch 10 bis 20 g/m² pro Woche, wobei auch hier die Mischungen Berliner Tiergarten immer die höchsten Frischmasseerträge zeigten.

Im weiteren Verlauf der Vegetation setzte sich der Schnittgutanfall der Rasenmischungen Berliner Tiergarten 1 und Berliner Tiergarten 2 deutlich von den übrigen Rasenmischungen ab. Mit einer Jahresmenge von jeweils mehr als 1700 g/m² Schnittgut übertrafen die Tiergarten-Mischungen den Schattenrasen und den Strapazierrasen um mehr als 400 g/m², den Spielrasen um etwa 300 g/m² und den Sportrasen um über 200 g/m². Prozentual gesehen produzieren die Mischungen Berliner Tiergarten somit um bis zu 30% mehr Biomasse als die hochwertigen Rasenmischungen. Die deutlich geringere Narbendichte bei den Mischungen Berliner Tiergarten bleibt hierbei unberücksichtigt. Würden alle Mischungen auf einer Basis von 100% Narbendichte vergleichen, wie sie fast das ganze Jahr beim Schattenrasen gemessen wurde, dann schneidet Berliner Tiergarten noch schlechter ab.

 

Addierte Schnittgutmenge (g/m²)Grafik 1: Addierte Schnittgutmenge (g/m²) im ersten Versuchsjahr in Abhängigkeit von der Ansaatmischung

Auch im zweiten Versuchsjahr entsprachen die Unterschiede der aus den sechs Rasenmischungen anfallenden Schnittgutmengen weitgehend den Beobachtungen in der vorausgehenden Vegetationsperiode. Die akkumulierten Schnitterträge in Grafik 2 zeigen, dass beide Mischungen Berliner Tiergarten mit über 2500 g/m² Frischmasse deutlich über den Erträgen der anderen Rasenmischungen lagen. Über das gesamte Jahr gesehen, lag die Schnittgutmenge somit die Mischungen Berliner Tiergarten wieder um bis zu 30% über der der Rasenmischungen. Signifikante Unterschieden zwischen den Rasenmischungen ergaben sich für die Schnittgutmasse am 22.04., 28.07, 05.08., 11.08., 18.08. und 08.09.2004. Die insgesamt geringste Schnittgutmasse produzierten die Mischungen Sportrasen und Schattenrasen, gefolgt von Spielrasen und Strapazierrasen.

 

Addierte Schnittgutmenge (g/m²)

Grafik 2: Addierte Schnittgutmenge (g/m²) im zweiten Versuchsjahr in Abhängigkeit von der Ansaatmischung

Fazit

Die bereits vorgestellten Ergebnisse zur Aufwuchshöhe spiegeln sich auch in den Ergebnissen zum Schnittgutanfall wider. Das stärkere Höhenwachstum der Gräser in den Berliner Tiergarten Mischungen verursachte eine zeitweise signifikant höhere Produktion an Schnittgut. In beiden Versuchsjahren zeigten die verwendeten Futtersorten in Berliner Tiergarten 1 und die Mischungspartner in Berliner Tiergarten 2 ein Mehr an Schnittgut von bis zu 30% im Vergleich zum Schattenrasen und zum Strapazierrasen. Für den Rasenbesitzer bedeutet dies, dass er neben häufigeren Mähgängen auch mehr Schnittgut entsorgen muss. In einem folgenden Teil 3 wird gezeigt, dass trotz der hohen Schnittgutmengen bei Berliner Tiergarten 1 und 2 die Narbendichte deutlich geringer und die Bestandszusammensetzung augenfällig schlechter als bei den anderen Rasenmischungen ist.

Grundsätzlich zeigen die ermittelten Schnittgutmassen, dass die Rasenzuchtsorten weniger Höhenwachstum zeigen und ihre Stoffproduktion stärker für die Seitentriebbildung und das Breitenwachstum einsetzen. Dieser genetisch determinierte Wuchstypus ist der Grund für die bessere Rasenbildung bei den Mischungen 1 bis 4 und den geringeren Schnittgutanfall. Die Verwendung von hochwertigem Rasensaatgut ist daher bei Neueinsaat oder Nachsaat der entscheidende Faktor für einen funktionstauglichen und nicht zu pflegeaufwendigen Rasen.

 

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