Autoren: © Dr. Reinhardt Hähndel, BASF-Agrarzentrum, Limburgerhof
Die zeit- und sachgerechte Düngung ist eine Voraussetzung für einen funktionsfähigen und ansehnlichen Rasen. Dies gilt besonders für das Nährelement Stickstoff (chem.: N), er ist in unseren Breiten in der Regel der am knappsten vorhandene Nährstoff und seine Wirkung ist oft optisch wahrnehmbar.
In der Regel erfolgt die Rasendüngung im Golf- und Sportbereich nach einem festen Düngeplan, der aus Erfahrung einen möglichst gleichmäßig guten Rasenaspekt über das Jahr oder die jeweilige Nutzungsperiode liefert. Ohne einen derartigen Plan wird meist dann gedüngt, wenn der N – Mangel durch eine hellgelbgrüne Farbe offensichtlich ist.
Düngung 8 g N/m² (Foto: 26.06. ) 1 Woche vor Foto 3 Wochen vor Foto 6 Wochen vor Foto |
Dünger nur mit leichtlöslichem N![]() |
Düngung 8 g N/m² ( Foto: 26.06.) 1 Woche vor Foto 3 Wochen vor Foto 6 Wochen vor Foto |
Dünger nur mit Langzeit-N![]() |
Düngung 8 g N/m² (Foto: 26.06.) 1 Woche vor Foto 3 Wochen vor Foto 6 Wochen vor Foto |
Dünger mit leichtl. N + Langzeit-N![]() |
Unter derartigen Bedingungen wurden verschiedene im Markt erhältliche
N-Düngersysteme geprüft und die Auswirkung auf den Rasenaspekt in Abhängigkeit
von der Zeit nach der Düngung fotografisch festgehalten (s.Abb.).
Die verschiedenen Dünger wurden 1, 3 oder 6 Wochen vor dem Fototermin (26.6.) mit jeweils
8 g N/m² gedüngt.
Folgende Beobachtungen und Schlussfolgerungen lassen sich hieraus ableiten:
Somit erklärt sich, dass für die fachgerechte Rasenernährung spezielle Rasendünger als Kombinationsprodukt aus leichtlöslichen N-Formen und Langzeit-N die besten Ergebnisse liefern
Eine ausgewogene Mineralstoffernährung von Rasenpflanzen sowohl hinsichtlich Nährstoffmenge als auch im Verhältnis der Nährstoffe untereinander stärkt ihre Widerstandskräfte gegen Infektionen mit pilzlichen Schaderregern. So werden unzureichend mit Stickstoff versorgte Pflanzen häufig Opfer von pilzlichen Attacken, wie z.B. der Rotspitzigkeit (Laetisaria fuciforme). Aber auch eine übermäßige N-Versorgung begünstigt Infektionen, vermutlich durch zu weiches Blattgewebe, das somit keine ausreichenden Barrieren für den mikrobiellen Angriff bildet.
In unten dargestellten Beispielen wird jedoch auch deutlich, dass nicht nur die Höhe der N-Düngung eine Rolle spielt, sondern auch die Düngerart Einfluss auf die Gräsergesundheit nimmt.Dünger nur mit leichtlöslichem N![]() Krankheitsbefall mit Fusarium ssp. und Leptosphaerulina australis |
Dünger mit leichtl. N + Langzeit-N![]() |
alle Fotos: Dr. R. Hähndel, Limburgerhof
Die Parzellen mit Flechtstraußgras (Agrostis ssp.) mit ausschließlicher N-Düngung
in leichtlöslicher und damit sofort pflanzenaufnehmbarer N Form als Harnstoff zeigten einen
beachtlichen Befall mit Fusarium ssp. und Leptosphaerulina australis, wie die mikrobielle Untersuchung
ergab.
Ursache hierfür ist die oben erwähnte Überversorgung der Pflanzen mit Stickstoff.
Bei Verwendung eines Rasendüngers mit sofort verfügbarem Stickstoff und einem Anteil Langzeit-Stickstoff präsentierte sich bei gleicher Düngungshöhe der Agrostis -Rasen gesund und mit gutem Aspekt.
Hier war die N-Versorgung infolge der abgestuften Pflanzenverfügbarkeit des Düngerstickstoffs gleichmäßig, was sich positiv auf die Pflanzengesundheit auswirkte.« zurück
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