Autoren: © Dr. Klaus Müller-Beck, Vorsitzender Deutsche Rasengesellschaft
Rasen ist nicht einfach ein Baustoff, sondern eine lebende Kultur, die zahlreiche vegetationstechnische
Leistungen erbringt, dafür aber auch Pflege erwartet!
Rasen produziert ein beruhigendes Umfeld, das sich in erheblichem Maße positiv auf die Lebensqualität
der Menschen auswirkt.
Eine Vegetationsgesellschaft aus Rasengräsern, auch Rasennarbe genannt, muss entsprechend der Definition eines bestimmten Rasentyps unterschiedliche Leistungseigenschaften erfüllen. So ist für den Landschaftsrasen eher der Erosionsschutz von Bedeutung, beim Zierrasen geht es um den Gestaltungseffekt und der Strapazierrasen muss eine bestimmte Spielfunktion erfüllen.

Die Rasennarbe liefert beispielsweise den Spielbelag für einen Sportrasen oder bietet den
idealen Abschluss beim sog. Straßenbegleitgrün.
Ein Rasen besteht aus einer Komposition zahlreicher grüner Einzelgräser, die nicht nur
kühl und erfrischend aussehen, sondern die tatsächlich das Mikroklima durch Photosyntheseleistung
nachhaltig verbessern und einen frischen Duft verbreiten!
Die Voraussetzung für einen qualitativ ansprechenden Rasen bilden die geeigneten Rasengräser.
Die züchterische Arbeit vieler Jahre hat dazu geführt, dass mittlerweile
über 300 Sorten zur Rasennutzung angemeldet sind.
Bei der Auswahl kommt es darauf an, dass die richtigen Gräserarten in den jeweiligen Mischungen
enthalten sind. Die FLL-Broschüre „Regelsaatgutmischung 2005“ bietet hier einen
guten Überblick zur Beurteilung der Mischungszusammensetzung für den jeweiligen Rasentyp.

Die Nutzung neuer Gräsersorten verspricht in der Regel eine Verbesserung der Leistungseigenschaften
wie Narbendichte, Belastungsresistenz, Tiefschnitt-verträglichkeit sowie Krankheitsresistenz
und Trockenresistenz.
Der Fortschritt in der Gräserzüchtung berücksichtigt aber auch Merkmale wie Blattfarbe,
Textur oder Wuchsform . Die Optimierung aller Eigenschaften bei der Züchtung einer neuen Sorte
ist jedoch nicht zu erwarten.
Einen interessanten Maßstab bei der Beurteilung der Narbendichte bietet die Anzahl der Triebe
pro m², die je nach Gräserart und Sorte unterschiedlich ausfallen.
Die geeigneten Gräser für den Sportrasen, Lolium perenne (Ausdauerndes Weidelgras) und
Poa pratensis (Wiesenrispe) bilden etwa 25 Tsd. bis 40 Tsd. Triebe/m² aus, die Gräser
eines Golfgrüns (Agrostis stolonifera) schaffen je nach Sorte eine Dichte von 100 bis 200 Tsd.
Triebe/m².
Die charakteristischen Eigenschaften der Rasengräser lassen sich in folgenden Merkmalen zusammenfassen:
Mit diesen Leistungseigenschaften bieten die Gräser die besten Voraussetzungen für eine
leistungsstarke Vegetationsdecke.
Allein bei den Kriterien Schnitt- und Trittverträglichkeit sind eindeutige Unterschiede zwischen
den Gräserarten festzustellen, so dass hier Rückschlüsse auf die Eignung in bestimmten
Mischungen abzuleiten sind.

Die besonderen Leistungskriterien neuer Gräser sind allerdings nicht zum „Nulltarif“ zu
haben.
Abgestimmte Pflegemaßnahmen sollten mindestens die Grund- und Erhaltungspflege berücksichtigen.
Der regelmäßige Schnitt und die angemessene Düngung sind die Voraussetzung für
die Bildung einer dichten Rasennarbe. Lockerungs- und Belüftungsmaßnahmen des Bodens
fördern die Wurzelentwicklung, das ist für den Strapazierrasen unabdingbar.
Die Definition des Leistungsprofils eines Rasens, ob Landschaftsrasen, Gebrauchsrasen, Zierrasen
oder Sportrasen, in Verbindung mit der Auswahl geeigneter Gräsermischungen, führt bei
angemessenem Pflegeaufwand zu guten Nutzungseigenschaften.
Wer gut pflegt erntet die Freude am frischen Rasenaspekt.
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