Autoren: © Dr. K. Müller-Beck
Die Fußball-Europameisterschaft ist seit einigen Wochen vorüber, die Ergebnisse waren für manche Beobachter überraschend, aber der Rasen in Portugal bleibt für viele Betrachter in guter Erinnerung. Der optische Aspekt war klar und überzeugend.
Bei den Fußballübertragungen im Fernsehen beeindruckten die Flächen durch regelmäßige Rasenmuster, die von den Sportwarten scheinbar in den Rasen gezaubert hatten.
Einige interessierte Rasenliebhaber fragten bei der Rasengesellschaft nach, wie kommt das Muster in den Stadionrasen. Zum Start in die neue Bundesliga-Saison gibt es sicherlich wieder neue Mustervarianten in den Stadien und so wollen wir hier kurz auf die Entstehung der „Stadion-Rasenoptik“ eingehen.
Dieser positive Aspekt eines gepflegten Rasens entsteht durch einen Nebeneffekt beim Mähen. Auf hochwertigen Rasenflächen, wie Stadionrasen oder Golfgrüns, kommen in der Regel sogenannte Spindelmäher zum Einsatz. Neben den eigentlichen Schnittwerkzeugen (Untermesser und Schneidzylinder) benötigen derartige Mäher die Stütz- und Antriebsrollen.

Handgeführter Spindelmäher mit Frontrolle und glatter Antriebsrolle. (Foto: Textron)
Diese Antriebsrolle wirkt wie eine Glattwalze und drückt beim Überfahren die Gräser
in eine Richtung.
Beim Blick gegen die Fahrtrichtung des Mähers schaut man mehr in die Rasennarbe und
der Rasen wirkt dunkler. Schaut man dagegen in Fahrtrichtung, so blickt man auf die Rasennarbe,
der Rasen wirkt glänzend und heller.

Stadionmäher im Einsatz; Rasen wirkt beim Blick gegen die Fahrtrichtung dunkel, in Fahrtrichtung
erscheint er hell. (Foto: K. Müller-Beck)

Stadionmäher mit Fangkorb bewirkt helle Streifen beim Blick in Fahrtrichtung. (Foto: K. Müller-Beck)
Die Muster werden nun durch gezielte Fahrweisen beim Mähen in den Rasen gelegt. Damit die
Streifen tatsächlich exakt ausgerichtet sind, wird beim Mähvorgang ein Seil über
den Platz gespannt, an dem sich der Mäher ausrichten kann.
Je nach Fahrweise entstehen so die schmalen (einfache Mäherbreite), mittleren oder breiten
Streifen (mehrere Mäherbreiten in eine Richtung).
Für ein Schachbrettmuster wird der Rasen also doppelt gemäht, kreuz und quer. Das Kreismuster
am Anstoßkreis entsteht ebenso, indem der Mäher an einer Leine wie beim Zirkelschlag
im Kreis geführt wird.

Perfektes Streifenmuster auf dem Rasen eines Bundesliga-Stadions
Auf die Frage an einen engagierten Stadionwart der ersten Bundesliga: „ Wie schafft man es, das Muster eines Fußballes in den Anstoßkreis zu zirkeln?“ lautet die Antwort des Insiders: „ Es gibt ja glücklicherweise für den Rasen verträgliche Farben, wie sie beim American Football eingesetzt werden. Hier kommt es ganz besonders auf die gute Schablone an, damit das Balldesign exakt übertragen wird.!“
« zurück
Artikelarchiv:
Unsere Artikelsammlung wird seit 1999/2000 monatlich mit einem neuen Beitrag zum Thema Rasen
versehen.
Artikelarchiv öffnen