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Rasenthema: Januar 2002

Autor: © Dr. Klaus Müller-Beck, Vorsitzender Deutsche Rasengesellschaft

Fragen und Anregungen zum optimalen Rasen (Teil 1)

Sobald die ersten Wochen des Jahres verstrichen sind, beschäftigen sich zahlreiche Gartenbesitzer bereits mit der bevorstehenden Saison.
Sicherlich haben viele Rasenflächen in den Regionen mit ausgiebigen Schneelagen besonders gelitten und so liegt es nahe, sich mit einigen Fragen auf das Frühjahr vorzubereiten.

Frage: Was macht man mit den abgestorbenen Rasenteilen nach dem Winter?

Nach der Winterruhe, insbesondere unter Schneelagen, überwiegen die abgestorbenen Blatt- und Stengelteile im Rasen und der Farbaspekt ist eher grau bis braun statt grün.
Sobald die ersten wärmeren Tage ins Land gegangen sind, lassen sich bereits frische Spitzen bei den Gräsern beobachten.
Bei einer größeren abgestorbenen und möglicherweise verklebten Restblattmasse, können dies Bereiche mit einem Garten- /Straßenbesen abgekehrt werden, damit sich möglichst rasch das frische Grün durchsetzen kann.

Frage: Wann kann ich meinen Rasen vertikutieren?

Eine Bearbeitung mit dem Vertikutierer (Handbetrieb, Motor- oder Elektroantrieb) bedeutet für die Gräser einen massiven Eingriff in die Pflanzenentwicklung; denn es werden durch den senkrechten Schnitt eine Reihe von Blatt- und Stengelteile abtrennt und entfernt. Durch diesen mechanischen Reiz werden die Gräser dazu angeregt, neue Triebe und Blätter zu bilden. Dieser Ausgleich gelingt nur bei entsprechenden Wachstumsbedingungen mit der nötigen Temperatur und ausreichenden Nährstoffversorgung.
Prinzipiell sollte etwa zehn Tage vor dem Vertikutieren bereits die erste Düngung ausgebracht werden, dann sind die Gräser stimuliert und können sich rasch bestocken. Je früher diese Startdüngung ausgebracht werden kann (abhängig vom Witterungsverlauf, siehe hierzu auch Info "Temperatursummen"), desto zeitiger kann mit dem Vertikutieren begonnen werden.

Frage: Gibt es Rasenmischungen für besondere Bodenverhältnisse?

Der Einfluß der Bodenart auf die Entwicklung einer Rasenmischung ist in der Regel als gering einzustufen. Die üblichen Mischungen für den Hausrasen enthalten Gräserarten wie Deutsches Weidelgras, Rotschwingel und Wiesenrispe, die sowohl auf sandigem als auch auf lehmigem Boden wachsen können. Schädlich wirkt sich ein undurchlässiger bis hin zur Staunässe neigender Boden aus, da sich auf derartigen Flächen die Gräserwurzeln nicht entwickeln können. Gut durchlüftete humose, sandreiche Böden sind für einen Hausrasen die ideale Grundlage.

Frage: Brauchen alle Rasenmischungen die gleiche Menge an Nährstoffen?

Die Leistung der Rasengräser besteht darin, eine möglichst dichte Pflanzendecke zu entwickeln. Hierzu benötigen sie insbesondere den Nährstoff Stickstoff zur Bildung junger, neuer Triebe und Blätter. Daneben sind die Hauptnährstoffe Kali, Phosphat und Magnesium in einem angemessenen Verhältnis wichtig für die ausgewogene Pflanzenentwicklung.

Bei der Bewertung der Nährstoffmengen benötigen Rasenflächen mit einem Gräserbestand aus Deutschem Weidelgras und Wiesenrispe (Gebrauchsrasen) eher einen höheren Stickstoffbedarf, der etwa bei 25 g/m2 Reinstickstoff angesiedelt ist. Einen geringeren Nährstoffanspruch haben die Sorten des Rotschwingels, der etwa mit 15 - 18 g Rein-N pro m2 während einer Vegetationsperiode auskommt.

Frage: Müssen alle Böden mit den gleichen Nährstoffkombinationen versorgt werden ?

Das Speichervermögen für Nährstoffe ist auf sandigen oder lehmigen Böden sehr verschieden. Aus diesem Grunde kommt es gerade auf sandreichen Rasenflächen eher zu Mangelsituationen.
Eine gute Information über den Versorgungsgrad der Hauptnährstoffe liefert eine Bodenuntersuchung. Sofern Defizite, beispielsweise für Kali, aufgezeigt werden, sollte dieses Element gezielt gedüngt werden. Im Normalfall eignen sich jedoch die im Handel angebotenen Rasendünger mit Langzeitwirkung, die in der Regel bei der Nährstoffzusammensetzung den Ansprüchen der wichtigsten Rasengräser gerecht werden.

Frage: Wann ist der Nährstoffbedarf am größten ?

Mit Beginn der Wachstumsperiode im Frühjahr setzt bei den Gräsern ein hoher Nährstoffbedarf ein. Je nach Standort sollte dann etwa ab März bis Mitte April eine Frühjahrsdüngung mit einem geeigneten Rasendünger durchgeführt werden. Zu Beginn des Frühsommers ist dann noch einmal ein beträchtlicher Nährstoffanspruch mit einer Zweitdüngung zu befriedigen. Während der Sommermonate wird das Wachstum ein wenig eingeschränkt. Zur Vorbereitung auf die Herbst- und Wintermonate sollte dann die dritte Düngung etwa Mitte/Ende August ausgebracht werden, so dass für das aktive Wurzelwachstum genügend Nährstoffe zur Verfügung stehen.

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