Bei der Benutzung eines Rasenplatzes durch Trainings- und Punktspielbetrieb reicht die Grundpflege nicht mehr aus. Hier wird der Einsatz von mechanischen Maßnahmen zur Optimierung der Rasennarbe erforderlich.
Pflegestufen (Intensitäten)

Mit dem Vertikutieren entfernt man abgestorbene Pflanzenteile, die sich zum Rasenfilz auf der Bodenoberfläche angereichert haben. Filz (Thatch) besteht aus Ausläufern, flachstreichenden Wurzeln, Stengelteilen und abgestorbenen Blattresten. Es entsteht ein meist brauner Horizont zwischen Boden und Sproßteilen der Graspflanzen.
Rasen kann während der gesamten Vegetationsperiode vertikutiert werden (in der Regel von April bis September). Bei wüchsigem Wetter regeneriet der Rasen schneller durch intensive Bestockung . Im Frühjahr wirkt eine vorgeschaltete Startdüngung günstig auf die Narbenbildung
Die Arbeitswerkzeuge (Messer oder Zinken) greifen vertikal in die Rasennarbe ein. Dabei sollte die maximale Tiefe bis an die Bodenoberfläche reichen. Die Werkzeuge greifen nicht in den Boden ein.
Intensiver Spielbetrieb, aber auch der Einsatz von Pflegegeräten bei ungünstigen Witterungsbedingungen
verursachen Verdichtungszonen an der Bodenoberflächen. Die Grobporen nehmen ab, so dass die
Wasserführung und der Lufthaushalt beeinträchtigt werden.
Durch Aerifiziermaßnahmen wird der Gasaustausch im Boden gefördert, gleichzeitig lässt
sich bei bindigen Bodenarten ein Bodenaustausch vorbereiten.
Gute Arbeitsqualität liefern Geräte mit einer Hohlstachelausstattung (Spoons).
In der Wachstumszeit von April bis September wirkt die Bodenbelüftung besonders günstig
auf die Rasenentwicklung. Im Frühjahr und im Spätsommer wird auf diese Weise das Wurzelwachstum
zusätzlich stimuliert.
Wissenschaftliche Untersuchungen haben gezeigt, dass eine monatliche Belüftung eines strapazierten
Sportrasens optimales Gräserwachstum fördert.
Hohlstachelgeräte sollen den Hauptwurzelhorizont bis zu einer Tiefe von 5 - 8 cm bearbeiten. Damit eine flächige Wirkung im Rasen entsteht, sind in Abhängigkeit vom Durchmesser der Hohlspoons ca. 250 bis 400 Loch / m² anzustreben.
Die Stabilisierung der Rasentragschicht (RTS) durch geeignete Besandungsmaßnahmen zählt
zu den regelmäßigen Erhaltungsmaßnahmen.
In Verbindung mit dem Aerifizieren kann auf bindigen Böden im Laufe von mehreren Jahren ein
stetiger Bodenaustausch vorgenommen werde. Durch regelmäßiges Besanden entsteht eine
Minitragschicht.
Vorteilhaft sind häufige, kleinere Sandgaben von 1 - 3 Liter /m², damit der Rasenfilz
strukturiert und die Bodenoberfläche durchlässig bleibt.
Das Besanden verbessert das Abtrocknen des oberen Horizontes nach Niederschlägen. Bei der Verteilung
des Sandes durch ein Schleppnetz oder mit einer speziellen Rasenbürste werden kleine Bodenunebenheiten
ausgeglichen. Dies führt zu einer Verbesserung der Spieloberfläche des Sportrasens.
Tabelle: Festlegung der Sandmenge je Einzelgabe zur Erreichung unterschiedlicher Funktionen
| Sandmenge | Sandmenge | Funktion |
| l / m² | m³ / Platz 7000 m² | |
| 3 - 4 | 21 - 28 | - Verbesserung der Ebenflächigkeit - Abmagerung der Rasenfilzschicht |
| 4 - 6 | 28 - 42 | - Zusätzliches Verfüllen der Aerifizierlöcher |
| 5 - 8 | 35 -56 | - Abmagerung des Bodens - Zusätzlicher Aufbau einer Minitragschicht |
| > 10 | > 70 | - Grundverbesserung der RTS - Renovation |
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