Unter dem Begriff Hausrasen sind auch die Rasenflächen zu verstehen, die im Sprachgebrauch als Zierrasen, Gebrauchsrasen, Spielrasen, Sportrasen oder Schattenrasen bezeichnet werden. Der Einfachheit halber wird der Begriff Hausrasen verwendet.
Wenn Sie Ihren Rasen neu angelegt oder erneuert haben, gilt es jetzt, ihn mit den richtigen Pflegemaßnahmen dauerhaft zu erhalten. Führen Sie die folgenden 7 Pflegeschritte konsequent durch, und Sie haben die beste Gewähr für einen schönen und nutzbaren Rasen:
Regelmäßiges Mähen fördert die Dichte des Rasens. Die Gräser bilden neue Seitentriebe, neue Blätter und Ausläufer. Zudem werden nicht schnittverträgliche Kräuter in ihre Schranken verwiesen. Es ist wichtig, eine Schnitthöhe zwischen 3,5 und 5 cm einzuhalten (im Schatten nicht unter 4,5 cm) und niemals mehr als die Hälfte der Aufwuchshöhe auf einmal abzuschneiden. Je tiefer Sie schneiden, desto empfindlicher werden die Gräser.
Noch ein Wort zum Thema Mulchen: Hierbei verbleibt das Schnittgut auf der Rasenfläche. Das Schnittgut soll durch Bodenorganismen mineralisiert werden und die enthaltenen Nährstoffe sollen dann den Gräsern wieder als Nahrung zur Verfügung stehen. Zudem erspart das Mulchen auch die oft teure Entsorgung des Schnittgutes. Für das erfolgreiche Mulchen benötigen Sie einen geeigneten Mulchmäher und die richtigen äußeren Bedingungen:
Bei feuchtem Rasen oder wenn Sie nicht das klein gehäckselte Schnittgut an den Schuhen kleben haben möchten, ist es besser, das Schnittgut aufzusammeln.
Viele Rasenflächen leiden unter Nährstoffmangel. Erkennbar ist Nährstoffmangel am Einfachsten an der nachlassenden Grünfärbung und am geringen Zuwachs. Ohne Wachstum gibt es jedoch keinen dichten, grünen Rasen. Rasengräser benötigen eine ganz spezielle Rezeptur an Nährstoffen. Die wichtigsten Nährstoffe sind:
Stickstoff (N) - lässt das Gras wachsen, gilt als Wachstumsmotor
- trägt zur besseren Grünfärbung beiPhosphor (P) - fördert das Wurzelwachstum
- ist der EnergieträgerKalium (K) - stärkt die Belastbarkeit der Pflanzen
- stärkt die Gräser gegen Trockenheit, Kälte, Krankheiten
Damit alle Nährstoffe in der richtigen Form und Menge auch zur Verfügung stehen, gibt es die speziellen Rasenlangzeitdünger. Gute Rasenlangzeitdünger enthalten die Nährstoffe im richtigen Verhältnis, verbrennen bei richtiger Dosierung den Rasen nicht, wirken lang anhaltend,
fördern das Dichtewachstum, verhindern die Nitratauswaschung.
Landwirtschaftliche oder gärtnerische Dünger haben für die Belange des Rasens eine
falsche Nährstoffzusammensetzung. Sie wirken zu schnell und der Düngeeffekt ist nur von
kurzer Dauer. Außerdem regen sie in erster Linie das Höhenwachstum an und der Rasen produziert
eine Unmenge an Schnittgut. Zudem besteht bei Regen die Gefahr der Nitratauswaschung und somit einer
Verschmutzung des Grundwassers.
Rein organische Dünger besitzen einen zu geringen Nährstoffgehalt und ein für Rasen
ungeeignetes Nährstoffverhältnis. Die Wirkung ist zudem nicht kontrollierbar.

Wirkung einer Düngung (rechts) gegenüber ungedüngtem Rasen (links)
Reine Zierrasenflächen ohne Belastung werden zwei Mal pro Jahr gedüngt. Die erste Düngung
mit einem Langzeitdünger erfolgt zum Wachstumsbeginn im Frühjahr ca. Mitte April), die
zweite Düngung im Juli.
Belasteter Rasen wird in aller Regel drei Mal im Jahr mit Langzeitdünger gedüngt. Mögliche
Zeiträume sind April, Juni und August. Je stärker die Nutzung und je höher der Verschleiß der
Gräser ist, desto mehr Nährstoffe werden zum Auswachsen der Schäden benötigt.
Eine vierte Düngung im Oktober mit einem speziellen Dünger mit viel Kalium hilft dem Rasen
besser über den Winter. Im Schatten von Bäumen wachsende Gräser benötigen
mindestens eine dreimalige Düngung im Jahr, da die Bäume dem Boden ebenfalls Nährstoffe
entziehen.

Rotspitzigkeit - oft eine Folge unzureichender Düngung
Rasengräser bestehen zu fast 90% aus Wasser. Ohne Wasser wird der Rasen gelb und die Gräser sterben ab. Da der Wasserbedarf des Rasens wesentlich von den Temperatur- und Bodenverhältnissen abhängt, lassen sich für das richtige Wässern keine festen Pläne, wohl aber einige Faustregeln aufstellen: Zunächst einmal gibt man Wasser nicht in homöopathischen Dosen. Hier heißt die Devise: Klotzen, nicht kleckern. Bei Trockenheit wird der Rasen ein- bis zweimal pro Woche gründlich beregnet. Der Boden wird, am besten abends und möglichst über die gesamte Rasenfläche, wurzeltief durchfeuchtet. Somit bleiben die Wurzeln in tieferen Bodenschichten. Bei zu geringen Wassergaben vertrocknen sie und das Wurzelwerk verflacht. Bitte denken Sie daran, dass Gräser unter Bäumen häufiger Wasser benötigen.
Liegen gebliebenes, nicht mineralisiertes Schnittgut und abgestorbene Pflanzenreste bilden Rasenfilz, der auf einige Zentimeter Dicke anwachsen kann. Die Folgen: Luftaustausch sowie Wasser- und Düngerzufuhr werden behindert oder ganz unterbunden. Die Wurzeln verflachen, Rasenkrankheiten breiten sich aus. Mit dem Vertikutieren wird der Rasenfilz wirksam beseitigt und der Rasen kann wieder atmen.
Grundsätzlich sollte man mindestens einmal pro Jahr im März/April vertikutieren. Im August/September
können durch zusätzliches Vertikutieren noch flach wachsende Unkräuter wie Ehrenpreis
(Veronica) entfernt werden. Auch wenn der Rasen nach dem Vertikutieren ramponiert aussieht, ist
das kein Grund zur Sorge. Kleinere Löcher schließen sich, unterstützt durch die
nachfolgende Düngung, von selbst. In größere Lücken muss nachgesät werden.
Alle Vertikutiergeräte sind mit scharfen Messern ausgestattet. Achten Sie stets darauf, dass
die Messer leicht den Boden berühren, ihn aber nicht aufschlitzen. Auf jeden Fall soll nur
der Filz entfernt werden, Bodenbearbeitung ist hier nicht angesagt. Zu tiefes Vertikutieren schädigt
die Rasenwurzeln und verschleißt das Gerät enorm. Idealerweise sind die Rasenfläche
und der Boden zum Vertikutieren bereits an der Oberfläche abgetrocknet. Das Vertikutiergut
muss natürlich von der Fläche entfernt werden.

Rasenfilz - regelmäßiges Vertikutieren beugt diesem Übel vor
Dieser Schritt ist zwar nicht obligatorisch, aber er ergänzt die Rasenpflege. Beim Lüften kämmen rotierende Federn den Zwischenraum zwischen den Rasenpflanzen durch. Die Rasennarbe wird luftiger und so können Nährstoffe und Wasser wieder besser an die Rasenwurzeln gelangen. Aus diesem Grund empfiehlt sich das Lüften besonders vor dem Düngen und während der Sommersaison, wenn der Rasen Wasser benötigt. Auf keinen Fall kann man aber durch Lüften das Vertikutieren ersetzen, denn beim Lüften werden keinerlei flachwurzelnde Gräser, Moose, Unkräuter oder gar Rasenfilz heraus gearbeitet.
Nahezu alle Rasenprobleme lassen sich durch die Auswahl des richtigen Saatguts, regelmäßiges
Mähen, Düngen, Wässern und Vertikutieren beseitigen oder so klein halten, dass sie
nicht stark ins Gewicht fallen. Falls dennoch Moos und Unkräuter den Rasengräsern das
Leben schwer machen, sollten Sie die Ursachen herausfinden und direkt dagegen vorgehen.
Moos etwa kommt u.a. bei zu tiefem Mähen oder bei Nährstoffmangel der Gräser vor.
Diese beiden Ursachen lassen sich durch Anheben der Schnitthöhe und optimale Düngung sehr
leicht abstellen. Liegt die Vermoosung jedoch am ungeeigneten Boden oder zu schattigen Lagen, muss
man darauf für einen langfristigen Effekt mit gezielter Düngung, Bodenverbesserung und
der Nachsaat einer schattenverträglichen Rasenmischung reagieren. Staunasse Böden lassen
sich nur durch Drainage nachhaltig verbessern. Unkraut tritt besonders auf lückigen und zu
wenig oder mit ungeeigneten Düngern gedüngten Rasenflächen auf.
Übrigens: Kalk beseitigt das Moos nicht. Oft wird unter einer vermoosten Fläche ein niedriger
pH-Wert gemessen. Dieser niedrige pH-Wert im Boden ist aber nicht die Folge von Moos, sondern er
entsteht durch ungünstige Bodenverhältnisse, z.B. Staunässe, Luftabschluss etc. Diese
Ursachen müssen daher beseitigt werden. Ein Aufkalken gegen das Moos nützt nichts. Im
Gegenteil, Kalk fördert sogar noch die Moosbildung, da er ein wichtiger Nährstoff für
das Moos ist.
Flankierend zu der Ursachenbeseitigung und als Verfahren gegen leichten Befall bieten sich Moos-
und Unkrautvernichter an. Kombiniert mit Rasendünger befreien sie innerhalb weniger Wochen
den Rasen von seinen Konkurrenten und fördern das Dichtewachstum der Gräser (siehe auch
Kapitel "Rasenerneuerung").
Bitte beachten Sie beim Einsatz dieser Pflanzenschutzmittel die behördlichen Auflagen sowie
die Anwendungshinweise der Hersteller sehr genau.
Bei sehr geringem Besatz mit horstbildenden Unkräutern ist selbstverständlich das manuelle
Entfernen per Messer oder Unkrautstecher eine praktische Alternative.

Moos - wächst gerne an schattigen und nassen Stellen
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