Anlage von Hausrasen
Unter dem Begriff Hausrasen sind auch die Rasenflächen zu verstehen, die im Sprachgebrauch
als Zierrasen, Gebrauchsrasen, Spielrasen, Sportrasen oder Schattenrasen bezeichnet werden. Der
Einfachheit halber wird der Begriff Hausrasen verwendet.

Mit dem richtigen Saatgut ist auch ein dichter Rasen im Schatten möglich
Rasenflächen im eigenen Garten oder in öffentlichen oder privaten Parkanlagen erfüllen
viele Funktionen.
Eine geschlossene Rasenfläche ist, ähnlich wie ein Baum, eine produktive Sauerstoff-Fabrik.
Rasen schützt den Boden vor Auswaschung von Nährstoffen, insbesondere Stickstoff. Das
Wurzelsystem hält den Boden fest und bewahrt ihn vor Erosion. Rasen reguliert durch die Verdunstung
von Bodenwasser und Tau die Temperaturen und spendet im Sommer Kühle und Luftfeuchte. Zudem
ist jede grüne Rasenfläche, so klein sie auch sein mag, eine Wohltat für das Auge.
1. Welcher Rasen ist der Richtige?
Entscheidend für die Vorbereitung des Bodens und die Auswahl des Rasensaatgutes ist die vorgesehene
Nutzung der Rasenfläche.
In den meisten Fällen soll ein Rasen am Haus unkompliziert und belastbar sein. Man möchte
darauf laufen, spielen, liegen und feiern können, und die regelmäßigen Pflegearbeiten
sollen nicht sehr aufwendig sein. Für diesen Verwendungszweck kommen die Rasengräser Deutsches
Weidelgras, Wiesenrispe, Rotschwingel und Lägerrispe in Frage.
Andererseits kann ein Hausrasen aber auch rein repräsentativen Zwecken dienen. In diesem Fall
wird er kaum betreten oder belastet. Für einen Zierrasen sind die Rasengräser Rotschwingel,
Wiesenrispe, Lägerrispe und Zarte Kammschwiele geeignet.
In beiden Fällen müssen bei der Auswahl der Gräser noch besondere Standortbedingungen
wie z.B. Schatten oder Trockenlage berücksichtigt werden.
2. Wie wird ein Rasen neu angelegt?
Bis auf ganz wenige Ausnahmen ist es auf allen Böden möglich, bei der Verwendung geeigneter
Saatgutmischungen und ausreichender Pflege einen schönen Rasen zu etablieren und dauerhaft
zu erhalten. Für einen guten Erfolg sollten die folgenden Arbeitsschritte beachtet werden:
- Bodenvorbereitung
Je besser das Saatbett vorbereitet ist, umso sicherer und gleichmäßiger keimen die
Grassamen. Falls der Boden keine gute Struktur aufweist oder gar verdichtet ist, was sehr häufig
nach Bautätigkeiten an Haus und Grundstück der Fall ist, muss er sorgfältig aufbereitet
und verbessert werden.
Einen zu schweren (lehmigen) Boden kann man durch Einmischen von Sand durchlässiger für Luft und
Wasser machen. Rasengräser mögen nämlich keine Staunässe und "nassen Füße".
Sehr sandige Böden werden durch Beigabe eines gut umgesetzten Grünkompostes (keine Rindenprodukte
verwenden!) verbessert. Sie speichern dann besser Nährstoffe und Wasser.
Nach der tiefen Bodenbearbeitung sollte der Boden sich über einige Wochen absetzen können.
Diese Rückverdichtung, die man bei trockenem Boden durch Walzen mit einer leichten Walze
beschleunigen kann, schützt vor später auftretenden Sackungen und Unebenheiten.
Kurz vor der Einsaat wird dann das eigentliche Saatbett vorbereitet. Wegen der sehr feinen Rasensamen
muss es feinkrümelig sein. Nur dann ist ein guter Bodenschluss sicher gestellt. Hierzu werden
die obersten 3-4 cm von Steinen, Wurzelwerk oder anderen groben Teilen befreit und fein gekrümelt.
Nun ist der Boden für die Einsaat vorbereitet.
Ideal als Bodenvorbereitung ist eine Gründüngung mit Leguminosen und anderen Kräutern
(z.B. Phacelia), die den Boden sehr tief auflockern und wertvolle organische Substanz und Nährstoffe
liefern. Leider wird die Gründüngung in der Praxis aus zweifelhaftem Zeitdruck kaum
mehr durchgeführt. Wie wird nun eine Gründüngung gemacht?
Die Aussaat der Gründüngung erfolgt im Frühjahr. Etwa Mitte August wird der Aufwuchs
in den Boden eingefräst. Nachdem der Boden sich gesetzt hat und ein feinkrümeliges Saatbett
vorbereitet wurde, erfolgt die Einsaat dann Anfang bis Mitte September.
- Saatgut
Weder Boden noch spätere Pflege bestimmen die Qualität eines Rasens so stark wie das Saatgut. Das
richtige Saatgut ist der entscheidende Faktor für einen schönen Rasen. Im Saatgut sind die Eigenschaften
und das Leistungsvermögen genetisch festgelegt. Gute Rasenmischungen enthalten speziell für die
Rasennutzung gezüchtete Gräser. Diese Mischungen sind teurer als Mischungen mit billigen Futtergräsern,
sie sind aber auf jeden Fall ihr Geld wert. Auch bei bester Pflege gelingt es nicht, aus Mischungen mit stark
wachsenden Futtergräsern einen qualitativ hochwertigen Rasen zu erzeugen. Da bei der Vielfalt von Angeboten
und Preislagen die Trennung der Spreu vom Weizen für den Laien schwer fällt, sollten Sie sich beim
Saatgutkauf beraten lassen. Vollmundig klingende Namen wie "Berliner Tiergarten, Englischer Rasen, Teppichrasen,
Fürst Pückler" u.a. sind keine Gewähr für gute Rasenmischungen. Gerne dürfen
Sie hierzu auch die Deutsche Rasengesellschaft ansprechen.

Sortentests - nur gute Rasensorten garantieren einen ausdauernden und schönen
Rasen
- Aussaat
Die beste Jahreszeit für die Anlage eines Rasens ist der Herbst. Der Boden hat die Wärme
des Sommers gespeichert und die Niederschläge im Herbst erleichtern das Feuchthalten des
Keimbettes. Die Angst, dass eventuell auftretende Frühfröste dem Saatgut schaden, ist
unbegründet. Leider werden die meisten Aussaaten jedoch im Frühjahr vorgenommen. Dann
aber häufig auch noch zu früh, den Rasensaatgut keimt erst ab einer Bodentemperatur
von mindestens 10°C optimal. Diese Temperatur im Boden wird meist erst Anfang bis Mitte Mai
erreicht. Oft gibt es in diesem Zeitraum auch schon ausgeprägte Hitze- und Trockenperioden.
Sie erschweren das ständige und vor allem ausreichende Feuchthalten des Keimbettes. Viele
Aussaaten im Frühjahr sind deshalb Misserfolge und es entwickelt sich kein gleichmäßig
dichter Rasen.
Die gleichmäßige Verteilung des Saatgutes erfolgt am besten mit einem Streuwagen. Er garantiert
die richtige Saatmenge und verhindert Über- oder Unterdosierungen. Noch ein Tipp zur Saatgutmenge: Hier
gilt nicht der Satz "Viel hilft viel". Im Gegenteil. Bei zu viel Saatgut behindern sich die Gräser
gegenseitig in der Entwicklung und es kommt sehr häufig zu Pilzkrankheiten, die die Gräser zerstören.
Im Allgemeinen ist eine Saatgutmenge von 20 bis 25 g/m² für die Entwicklung eines dichten Rasens
absolut ausreichend. Häufig liegen jedoch gerade bei ungeeigneten Billigmischungen die empfohlenen Aufwandmengen
deutlich höher.
Eine weitere Möglichkeit der Aussaat ist seit neuester Zeit das Verlegen eines biologisch
abbaubaren Vlieses, in das bereits Saatgut und Starter-Dünger in der richtigen Dosierung
fest eingewebt sind.
- Starter-Düngung
Damit die jungen Rasenpflanzen schnell ein dichtes Wurzelnetz und viele Blätter bilden, benötigen
sie die richtigen Nährstoffe in ausreichender Menge. Die Gräser brauchen bei der Aussaat
Dünger mit viel Phosphor. Diese phosphorbetonten Starter-Dünger versorgen die jungen
Gräser in den ersten Wochen mit allen notwendigen Nährstoffen. Der Rasen wird schneller
dicht, grün und rascher nutzbar.
- Nach der Aussaat - rau oder glatt?
Nach dem Ausbringen von Saatgut und Dünger wird die gesamte Fläche mit einem Rechen
abgezogen. Hierdurch wird das Saatgut bis ca. 1 cm Tiefe im Boden eingeigelt und hat besten Bodenkontakt.
Die raue Bodenoberfläche sorgt außerdem dafür, dass Regen und Beregnungswasser
schneller versickern und den Boden nicht fortschwemmen. Das immer wieder empfohlene Walzen der
Fläche sorgt zwar auch für einen Bodenschluss des Saatgutes, verdichtet aber die Bodenoberfläche
und es kommt sehr rasch zu Abschwemmungen. Zudem bleibt alles Saatgut an der Oberfläche liegen
und kann rasch austrocknen.
- Wässern
Die Keimung der verschiedenen Rasengräser in einer Mischung verläuft unterschiedlich
lang. Während Deutsches Weidelgras innerhalb von gut einer Woche keimt, benötigt Rotschwingel
fast 2 Wochen und Wiesen- und Lägerrispe gut 3 Wochen. In dieser Zeit können die Keimlinge
ihren hohen Wasserbedarf noch nicht durch ein perfektes Wurzelsystem decken, dieses muss sich
erst noch ausbilden. Daher ist in diesen ersten 3 bis 4 Wochen nach der Aussaat eine geregelte
Wasserversorgung entscheidend für den Erfolg. Die obere Bodenschicht muss stets genügend
Feuchtigkeit enthalten, damit die empfindlichen feinen Rasenkeimlinge nicht austrocknen.
Daher muss bei trockener Witterung vier- bis fünfmal täglich für ca. zehn Minuten
beregnet werden. Bereits nach vier bis sieben Tagen sehen Sie das erste Ergebnis in Form von zarten,
grünen Hälmchen. Trotzdem müssen Sie jetzt die Bewässerung kontinuierlich
weiterführen.

Deutsches Weidelgras (rechts)
keimt wesentlich schneller als Wiesenrispe (links)
- Der erste Schnitt
Wenn das Gras 8 bis 10 cm hoch gewachsen ist, erfolgt der erste Schnitt. Aber bitte nicht tiefer
als 5 cm. Das Schnittgut wird aufgesammelt. Bitte achten Sie darauf, dass die Messer des Mähers
scharf sind und die Gräser sauber geschnitten werden. Stumpfe Messer reißen eventuell
die noch nicht fest verwurzelten Gräser aus dem Boden und hinterlassen ausgefranste Wundränder
an den Blättern. Dies sieht zum einen unschön aus, zum anderen können in diese
Wunden leicht Krankheitserreger eindringen.
3. Probleme bei Einsaaten
- Schlechte Keimung
Gutes Rasensaatgut ist auch einige Jahre nach seiner Abmischung immer noch ausreichend keimfähig.
Eine schlechte oder ungleichmäßige Keimung ist fast immer das Ergebnis einer unzureichenden
Wasserversorgung. Wenn das Saatgut einmal aufgequollen ist und der Keimvorgang eingesetzt hat,
darf dieser Vorgang nicht zum Stillstand kommen. Sobald jedoch das Saatbett austrocknet, wird
der Keimprozess gestört und der Keimling stirbt ab. Kahlstellen oder schütterer Rasen
sind die Folge. Deshalb: Während der ersten 3 Wochen darf das Keimbett nicht austrocknen.
Bei Trockenheit mehrmals am Tag kurz beregnen.
- Lücken
Lücken entstehen meistens durch ungleichmäßige Ausbringung des Saatgutes, insbesondere
dann, wenn das Saatgut per Hand ausgestreut wurde. Auch darf das Saatgut beim Einrechen nicht
zu tief Vergraben werden. Manchmal bleiben auch Lücken an kleinen Senken übrig, da hier
das zusammen laufende Wasser das Saatgut erstickt hat.
In beiden Fällen müssen diese Lücken so rasch wie möglich mit der Originalmischung
nachgesät werden.
- Unkraut
Gute Rasenmischungen enthalten keine oder nur vernachlässigbar geringe Mengen an Unkrautsamen.
Mit dem Rasensaatgut aufkeimendes Unkraut stammt aus dem sehr großen Samenvorrat eines jeden
Bodens. Diese Unkrautsamen finden natürlich durch die gute Saatbettvorbereitung ideale Auflaufbedingungen
vor. Deshalb sind manche Raseneinsaaten auch stark mit Unkraut durchsetzt. Doch keine Panik: Viele
dieser Unkräuter verschwinden durch den regelmäßigen Schnitt von selbst, da es
sich um nicht schnittverträgliche Ackerunkräuter oder einjährige Kräuter handelt.
Auch deshalb ist das rechtzeitig einsetzende und regelmäßige Mähen so wichtig.
Die noch verbleibenden, ausdauernden Unkräuter wie Gänseblümchen, Löwenzahn
können manuell ausgestochen oder nach einer Wartezeit auch mit geeigneten Rasenherbiziden
beseitigt werden.

Je hochwertiger die Ansaatmischung desto weniger die Verunkrautung
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