Deutsche Rasengesellschaft e.V. DRG

 

Rasen-Mischungen

Mischungen werden funktionsbezogen zusammengesetzt. Für strapazierfähige Rasen sind vor allem Lolium perenne (Ausdauerndes Weidelgras) und Poa pratensis (Wiesenrispe) geeignet.
Für Zierrasen und Golfgrüns werden feinblättrige Arten bevorzugt, wie Agrostis stolonifera (Weißes Straußgras), Agrostis capillaris (Rotes Straußgras) sowie Festuca nigrescens (Horst-Rot-Schwingel) und Festuca trichophylla (Haarblättriger Schwingel).
Für Landschaftsrasen können fast alle Gräser eingesetzt werden bevorzugt werden die Festuca ssp. genutzt.
Gebrauchsrasen, die als Hausrasen oder in Parkanlagen Verwendung finden (Festuca nigrescens, Festuca trichophylla, Lolium perenne und Poa pratensis), zeichnen sich durch einen normalen Wasser- und Nährstoffbedarf aus und benötigen eine Grundpflege.
Für spezielle Rasenformen, wie z. B. Golf- und Bowling-Grüns oder Begrünungen auf Abraumhalten usw. sind Rasenfachleute z.B. der DRG, der Saatgutfirmen oder der Firmen des Landschaftsbaues zu befragen.
Für alle Rasenanlagen gilt die Herstellung eines feinen Saatbeetes, da die einzelnen Früchte (Samen) sehr klein sind. Eingesät werden kann zu allen frostfreien Perioden und bei genügender Feuchtigkeit im Boden. Gute Keimentwicklungen sind bei Bodentemperaturen > 10° C vom späten Frühjahr (April) bis Spätsommer (September) zu erwarten.

Bei der Verwendung von Regel-Saatgut-Mischungen (RSM) hat man eine Gewähr für gute Qualität des Saatgutes. In diesen Mischungen werden geeignete Sorten und die  Artenanteile für die jeweiligen Mischungs-Typen eingehalten. Die Mischungen basieren auf erprobten Gräserarten und speziellen Rasengräsersorten. Hinzu kommen für die Einsatzbereiche Landschaftsrasen und Biotopentwicklungsflächen noch geeignete Kräuter und Leguminosen. Die Mindestkeimfähigkeit und die Vorgaben für Reinheit  sind höher als bei üblichen „Billig-Mischungen“.

Angaben zu den jeweiligen Regelwerten der verschiedenen Gräseranteile sind in der jährlich erscheinenden FLL-Broschüre "Regel-Saatgut-Mischungen Rasen" enthalten. (Quelle: www.fll.de).

Zur Beurteilung und Bewertung einer Rasenmischung ist vom Gesetzgeber die Kennzeichnung der jeweiligen Mischung vorgeschrieben. Bei „Billigmischungen“ sind die Angaben auf dem Folienbeutel aufgedruckt, bei den hochwertigen Mischungen sind die Angaben dem grünen Etikett zu entnehmen.

Saatgutetikett

- Packungseinheit >2kg/< 10kg
- Kenn-Nr. des Mischbetriebes
- Behördl. Registrierte Mischungs-Nr.
- Verwendungszweck
- Rasentyp
- RSM-Typ „Gebrauchsrasen-Spielrasen“
- Gew.-%
- Grasart
- Grassorte
- Packungsinhalt

Saatgutetikett nach Saatgutverkehrsgesetz für die Kennzeichnung von Rasenmischungen, bei Schlauchbeuteln sind diese Angaben aufgedruckt.

Zierrasen RSM 1.1

Feinblättriger, Festuca-dominanter Rasen mit und ohne Lolium perenne.

Gebrauchsrasen RSM 2.2

Der Typ RSM 2.1 wurde bereits 2005 gestrichen. Für den Gebrauchsrasen in Trockenlagen (RSM 2.2) stehen zwei Varianten zur Auswahl. Die Variante 2 wird durch Festuca arundinacea geprägt, sie zeichnet sich durch gute Hitzeverträglichkeit und eine sehr tiefe Verwurzelung aus. Die Rasentextur ist groblättrig.

Gebrauchsrasen RSM 2.3

Der Typ RSM 2.3 , Gebrauchsrasen-Spielrasen, kann als Standard-Hausrasen eingestuft werden, er ist aber auch für Spiel- und Liegewiesen geeignet. Für Schattenlagen kann ein Anteil von 5 % Poa supina  (zu Lasten von Festuca rubra rubra) besonders sinnvoll sein.

Gebrauchsrasen RSM 2.4

Der Typ RSM 2.4, Gebrauchsrasen-Kräuterrasen, findet seine häufigste Verwendung bei geringer Pflegeintensität  für öffentliche Grünflächen, Wohnsiedlungen und Hausgärten. Der Mischungstyp ist durch ein breites Artenspektrum mit 17 % Kräuteranteil geprägt.

Golfrasen RSM 4

Die Anlage und Pflege von Golfrasenflächen erfordert eine fachliche Grundausbildung, die mit der Greenkeeper-Fortbildung an den Bildungszentren DEULA-Rheinland und DEULA-Freising erworben werden kann. Grundlagen für den Aufbau der Vegetationsschichten der jeweiligen Teilflächen wie Golf-Grün, Golf-Abschlag oder Golf-Spielbahn, sind in der FLL-Broschüre „Richtlinie für den Bau von Golfplätzen“, Ausgabe 2008 zusammengestellt.

Bezüglich der jeweiligen Ansaatmischungen stehen für die verschiedenen Teilflächen unterschiedliche Varianten zur Verfügung. Die entsprechenden Mischungskomponenten sind tabellarisch nach RSM-Typ zusammengestellt.

  • Typ RSM 4.1 Golfrasen-Grün Var.1 + Var.2
  • Typ RSM 4.2 Golfrasen-Vorgrün
  • Typ RSM 4.3 Golfrasen-Abschlag
  • Typ RSM 4.4 Golfrasen-Gspielbahn Var.1 + Var.2 + Var.3 + Var.4
    Beispiel: Golfrasen Green –Tee – Fairway
  • Typ RSM 4.5 Golfrasen-Semirough / Playable Rough Var.1 + Var.2
  • Typ RSM 4.6 Golfrasen-Verbindungsweg
    Beispiel: Semirough  - Verbindungsweg

Typ Golfrasen-Hardrough

Zur Ansaat der Flächen Golfrasen-Hardrough sollten standortgerechte Saatgutmischungen genutzt werden oder alternative Begrünungsverfahren, wie unter Biotopflächen RSM 8 beschrieben, zur Anwendung kommen. Anleitungen und Anregungen zur Anlage, Unterhaltung und Optimierung von naturnahen Wiesentypen im Hardrough können der Veröffentlichung „Biotopmanagement auf Golfanlagen“ vom DGV und BfN entnommen werden.

 

Sportrasen RSM 3.1

Der Typ 3.1 Sportrasen-Neuanlage setzt sich aus Lolium perenne und Poa pratensis zusammen, wobei jeweils mehrere Sorten enthalten sein müssen.

Sportrasen RSM 3.2

Der Typ 3.2, Sportrasen-Regeneration, dient der Nachsaat von Rasensportplätzen, er kann zu 100 % aus Lolium perenne in mehreren Sorten zusammengesetzt werden.

Parkplatzrasen RSM 5.1

Mit dem Typ RSM 5.1, Parkplatzrasen, steht eine Mischung für die Ansaat von Schotterasenflächen zur Verfügung. Als Alternative kann RSM 2.2 Var. 2 bei warmen, trockenen Lagen eingesetzt werden.

Dachbegrünung RSM 6.1

Der Typ RSM 6.1, Extensive Dachbegrünung, findet als Gras: Kraut-Vegetation (Verhältnis 65 : 35) Verwendung auf Dachflächen mit einer Vegetationsschicht von 10 – 15 cm Dicke. Das breite Artenspektrum wird geprägt von den Gräsern Agrostis capillaris, Anthoxanthum odoratum, Festuca brevipila, Festuca nigrescens, Festuca trichophylla, Poa compressa und Poa pratensis. Der Kräuteranteil von 35 % kann je nach Standortbedingungen variieren.


Landschaftsrasen RSM 7.1

Der Typ RSM 7.1, Landschaftsrasen-Standard, wird ohne Kräuter (RSM 7.1.1) und mit Kräutern (RSM 7.1.2) in der freien Landschaft, an Verkehrswegen, zur Rekulitivierung und im öffentlichen Grün eingesetzt.

Landschaftsrasen RSM 7.2

Der Typ RSM 7.2, Landschaftsrasen-Trockenlagen, kommt ohne Kräuter (RSM 7.2.1), aber auch mit Kräutern (RSM 7.2.2) bei extremen Trockenlagen z.B. an Südböschungen oder bei Rohböden zum Einsatz.

Landschaftsrasen RSM 7.3

Der Typ RSM 7.3, Landschaftsrasen-Feuchtlagen, wird bevorzugt bei staunässegefährdeten Böden in der freien Landschaft sowie im öffentlichen Grün bei extensiv genutzten Flächen eingesetzt.

Landschaftsrasen RSM 7.4

Der Typ RSM 7.4, Landschaftsrasen-Halbschatten, zeigt seine Leistungseigenschaften besonders bei Halbschatten in der freien Landschaft sowie bei extensiv genutzten Flächen im öffentlichen Grün und bei Privatgärten. Bei stark sauren Böden kann 10 % Deschampsia flexuosa zu Lasten von Poa pratensis eingemischt werden.

Biotopflächen RSM 8.1

Der Typ RSM 8.1, Biotopflächen/ artenreiches Extensivgrünland, wird in vier Varianten je nach Standort und Anwendungsbereich mit verschiedenen Gras- und Kräuterarten im Verhältnis 70:30 zusammengestellt.

Als Alternative kann auch die Begrünung der Flächen mit Heumulch-, Heudrusch- und Ökotypensaatgut sowie Grünlandboden vorgenommen werden. Weitere Hinweise und Einsatzbedingungen sind der FLL-Broschüre „Empfehlungen für besondere Begrünungsverfahren“  zu entnehmen (www.fll.de)

 

 

© 2014 Deutsche Rasengesellschaft e.V. (DRG) Telefon 0228-81002 35