Autor: Dr. Klaus Müller-Beck, Vorsitzender Deutsche Rasengesellschaft
Bei der Vorbereitung zum 111. DRG-Rasenseminar mit dem Leitthema: „Pflanzenschutz im Rasen: Bestimmungen – Maßnahmen - Anwendungstechnik“ war den Veranstaltern klar, dass zur Vermittlung von rechtlichen Rahmenbedingungen für die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln im Rasen gerade die Fachleute gefragt sind. Besonders erfreulich war es dann, als annähernd 70 Teilnehmer die Busse zur Exkursion am 26.4.2010 in Bonn bestiegen.
Gleich beim Besuch im „BMELV“, Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, konnte Herr Dr. Wolfgang Zornbach die Teilnehmer in einer klaren Präsentation über die Entscheidungswege und Beurteilungskriterien aus der Eu-Richtlinie von der komplexen Materie überzeugen. Die eindeutige Botschaft lautet: “Weniger Pflanzenschutz, Nutzung von biologischen Alternativen und Ausbau des integrierten Pflanzenschutzes“
Begrüßung
der Seminarteilnehmer durch Dr. Zornbach im Gelände des „BMELV“ in Bonn
(Foto: K.G. Müller-Beck)
Bei der Umsetzung der EU-Richtlinien wird es einige Auswirkungen auf die Verwendung von PSM im Rasen geben. Hierzu steht das Ministerium im Kontakt mit den Verbänden, um gerade den Forderungen nach Sachkunde und der Entwicklung von Leitlinien gerecht zu werden.

Elemente und Zusammenhänge des Pflanzenschutzrechtes in Deutschland.Vortrag Dr. W. Zornbach
anl. 111. DRG-Rasenseminar am 26.4.2010

Verringerung des PSM-Einsatzes ist ein erklärtes Ziel, so Dr. W. Zornbach vom BMELV
Mit dem „Rüstzeug“ aus dem Ministerium ging es anschließend zur zentralen Beratung, dem Pflanzenschutzdienst der Landwirtschaftskammer NRW, in Bonn Roleber. An mehreren Stationen erläuterte Prof.Dr. Böhmer zusammen mit seinen Mitarbeitern die Aufgaben und Aktivitäten des offiziellen Pflanzenschutzdienstes für das Bundesland NRW.
Prof.
Dr. Bernd Böhmer erläuterte die Aufgaben des Pflanzenschutzdienstes an der LK-NRW beim
Besuch der der Exkursionsteilnehmer Deutsche Rasengesellschaft.
Sowohl in den Labors als auch in der Prüfhalle der LK-NRW zeigten und erläuterten die Fachkollegen den Seminarteilnehmer Untersuchungs- und Prüfmethoden.

Veränderungen der Tröpfchengröße in Abhängigkeit von Düsenform
und Druck wurden am Prüfstand demonstriert
(Foto: K.G. Müller-Beck)

Vor der Auszählung von Boden-Nematoden erfolgt die Ausschwemmung über geeignete Siebe
im Labor
(Foto: K.G. Müller-Beck)
Der unmittelbare Bezug zum Rasen bezüglich Nutzung und Pflege von Sportplätzen erfolgte beim Besuch der Sportschule Hennef. Der Leiter, Herr Andreas Eichwede, führte die Exkursionsteilnehmer nach dem gelungenen Mittagessen zunächst auf den Rasenplatz unmittelbar am Hauptgebäude. Bei der Beurteilung der Rasentragschicht mit dem Profilspaten wurde bald deutlich, dass auch Rasenflächen einem Alterungsprozess unterliegen.

Erläuterungen zum Aufbau und zur Pflege des Rasenplatzes an der Sportschule Hennef
(Foto: K.G. Müller-Beck)

Kritische Pr üfung des Belages des Kunststoffplatzes bezüglich Granulatverfüllung
und Florlänge im Trainingsgelände der Sportschule Hennef
(Foto: K.G. Müller-Beck)
Nach einem kurzen, aber durchaus anstrengendem Anstieg zu den oberen Trainingseinrichtungen der Sportschule, konnten sich die Teilnehmer im direkten Vergleich der Belagsarten „Naturrasen“ und „Kunststoffrasen“ einen Eindruck verschaffen. Bei begrenzten Flächenverhältnissen und starken Belegungseinheiten wird der Kunstrasen den Erwartungen der Betreiber gerecht. Die Anmutung der flach liegenden Fasern und das schwarze Verfüllgranulat des Kunstrasens waren jedoch für viele Teilnehmer in der Nachmittagssonne durchaus gewöhnungsbedürftig.
Mit dem Golfclub Rhein-Sieg e.V. führte die Exkursion auf kurzem Wege zum abschließenden Besichtigungsobjekt. Nach der Begrüßung und einigen generellen Erläuterungen durch den Platzwart, Herrn Schlechtriem und den Head-Greenkeeper, Herrn Norbert Knipp, konnten sich die Teilnehmer vom Pflegestandard des Platzes und von den neu angelegten Abschlägen überzeugen.

Ansicht auf Golfgrün am Golfclub Rhein-Sieg e.V.
(Foto: K.G. Müller-Beck)

Beurteilung der neu angelegten Abschl äge mit der Saatmischung „Dark
Tee“
(Foto: K.G. Müller-Beck)
Ein besonderes Highlight war dann die praktische Vorführung einiger alternativer Spritzgeräte, die sowohl für eine verringerte Aufwandmenge als auch für die Vermeidung von Abdriftgefahren entwickelt wurden.
ENVIROMIST Grünsspritze zur Ausbringung feinster |
Spritzbild mit ENVIROMIST |
Spritztechnik, die interessierte und überzeugte.
(www.mantis-ulv.eu oder www.wassenberg-gmbh.de)
Spritzeinsatz von Pflanzenschutzmitteln mit Schutzschirm zur Spotbehandlung
(MANKAR-Roll) |
Walzen-Streichverfahren mit Schaumwirkung zur Minderung des Mitteleinsatzes
(Rotofix) |
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