Autor: Dr. Klaus Müller-Beck, Vorsitzender Deutsche Rasengesellschaft
Das Exkursionsprogramm zum Seminar-Thema „Bodenleben“ war für die Teilnehmer beim ersten Lesen nicht direkt verständlich. So führte die Route zunächst zum Haus Düsse bei Soest. Als Fort- und Ausbildungsstätte der Landwirtschaftskammer NRW beschäftigt man sich dort sehr intensiv mit den Fragen zum Betrieb einer Biogasanlage und der Energiegewinnung durch nachwachsende Rohstoffe.
Gerade bei der Umsetzung der unterschiedlichen organischen Ausgangsstoffe in einer Biogasanlage kommt es maßgeblich auf die Leistung von Mikroorganismen an, die beim Fermentierungsprozess Methangas freisetzen, das dann zur Energiegewinnung „verstromt“ wird. Genau diese Vorgänge wurden sehr ausführlich in und an den Anlagen auf Haus Düsse erläutert.
Begrüßung
der DRG-Seminarteilnehmer auf Haus Düsse und Erläuterungen zur Aufgabenstellung der Forschungs-
und Ausbildungsstätte durch Herrn Dr.Block und Herrn Hartmann. (Foto: K.G. Müller-Beck)
Der Betrieb einer Biogasanlage ist durchaus als komplexes System zu verstehen, das gilt einerseits für die biologisch technischen Abläufe, andererseits für die politisch ökonomischen Regelwerke zur Förderung und Nutzung bestimmter Einsatzstoffe. So ist es beispielsweise nicht statthaft, Schnittgutreste aus der Rasenpflege oder aus dem Landschaftsbau in Anlagen zu verwerten, die den s.g. „NAWARO-Bonus“ erhalten.

Der Einblick in die Systematik und die Abl äufe einer Biogasanlage erfolgte
sowohl am Schemadiagramm, als auch direkt vor Ort bei der Beschickung des Fermenters. (Fotos: K.G. Müller-Beck)

Parallel
zum Besuch der Deutschen Rasengesellschaft hatte sich auch die Landwirtschaftsministerin, Ilse Aigner,
mit dem NRW- Landwirtschaftsminister, Ulenberg,
zu einer Besichtigung auf Haus Düsse angemeldet.
So wurde das DRG-Programm ein wenig gerafft, aber dafür konnte man die politische Delegation direkt und hautnah beobachten.
Ein weiterer Exkursionsschwerpunkt war der Besuch bei der DSV Saatveredelung in Lippstadt. Nach der Begrüßung durch den Geschäftsführer, Herrn Angenendt, konnten sich die Teilnehmer einen Eindruck von der Leistungsfähigkeit und den Kapazitäten dieses international agierenden Saatgutunternehmens machen.



Nach dem Rundgang durch die Hallen kam die Kaffeepause für die Teilnehmer gerade zum richtigen Zeitpunkt. In einer entspannten Atmosphäre erläuterte Herr Angenendt noch einmal das Geschäftsmodell mit der Etablierung des neu gegründeten Unternehmens „Eurograss“ zur Abwicklung aller Züchter- und Vermehrungsaufgaben für Gräsersaatgut. Die gute Kooperation bei der Vermarktung von Rasenmischungen mit dem Partner Nebelung wurde von beiden Seiten besonders herausgestellt.
So gab es zum Abschluss des Besuches neben einem Grußwort aus dem Hause Nebelung auch ein kleines Gastgeschenk für den heimischen Garten in Form eines Kiepenkerl-Dahliensets mit einem ganz speziellen Anhänger - Danke!

Foto: W.Dieckmann
Die letzte Station der Exkursion führte die DRG-Fachleute dann endlich wieder auf den Rasen,
nämlich zur Golfanlage Stahlberg.
Der Golfplatz vermittelte unmittelbar den Eindruck der münsterländischen Parklandschaft,
wobei die Anbindung an das nördliche Ruhrgebiet, mit dem Blick auf die Kühltürme
des Kraftwerkes Hamm-Uentrup, nicht zu übersehen war.
Die Entwicklung des Bodens unter der Grasnarbe war jetzt der wesentliche Punkt des Besichtigungsobjektes.
Sehr deutlich konnten die Teilnehmer den Verlauf einer Horizontbildung nach 35 Pflegejahren oberhalb
der Rasentragschichtmischung beobachten.
Mikroorganismen sind durchaus an organische Bestandteile des Bodens gebunden, so dass in den sandreichen
Schichten der Grünsaufbauten eher geringe Populationsdichten zu erwarten sind.
Genau hier setzen die Argumentationen für Bodenhilfsstoffe zur Ergänzung im Jahrespflegeplan
an.


Sandreiche Rasentragschicht eines Golf-Grüns
nach 35 Jahren mit Anreicherungshorizont durch Produktion von Biomasse.

Schluffig, toniger Golf-Fairwayboden nach 35 Jahren mit Bioturbation durch aktives Bodenleben.
Die Grundlage für den Referateteil am folgenden Tag zum Thema:
„Bodenleben –Entwicklung unter der Grasnarbe“ war somit gegeben.
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