Autor: Dr. Klaus Müller-Beck, Vorsitzender Deutsche Rasengesellschaft
Das Exkursionsprogramm zum Seminar-Thema „Gräser als lebender Baustoff“ war maßgeblich von den Rasenflächen im Gelände der BUGA Koblenz geprägt. Insbesondere die großen Freiflächen im oberen Teil an der Festung Ehrenbreitstein zeigten den Rasen in unterschiedlichen Nutzungsformen wie Gebrauchs- und Strapazierrasen bis zum Kräuterrasen mit einem Ansatz zur Blumenwiese.

Abb. 1: Begrüßung der DRG-Seminarteilnehmer im Gelände der BUGA Koblenz durch den Bevollmächtigten Rainer Berger (vo.li.). Dank der kompetenten Führung konnten interessante Hintergrundinformationen zur Entstehung und Realisierung der BUGA 2011 vermittelt werden.
Foto: K.G. Müller-Beck
Durch die große Resonanz bei den Besuchern zählt die BUGA Koblenz zu den besonders erfolgreichen Veranstaltungen der letzten Jahre; denn das Rekordergebnis von über drei Millionen Besuchern konnten die Verantwortlichen bereits in der zweiten Septemberhälfte erfreut verkünden.
Der Slogan der Bundesgartenschau „Koblenz verwandelt“ markiert die Leitidee, unter der die Planer die drei verschiedenen Ausstellungsorte inszeniert haben. Bei der Konzeption und Umgestaltung unterscheiden die Verantwortlichen zwischen Kern- und Korrespondenzbereichen.

Abb. 2:
In der Parkanlage am Kurfürstlichen Schloss wurde der 3-Mio. Besucher der BUGA durch eine Sonderpflanzung gewürdigt.
Foto: K.G. Müller-Beck
Der außergewöhnliche Charme der BUGA Koblenz liegt möglicherweise in der Kombination der unterschiedlichen Park- und Gartenanlagen in den verschiedenen Teilbereichen des Geländes wie Kurfürstliches Schloss, Blumenhof am Deutschen Eck und Festung Ehrenbreitstein. Durch die BUGA wurden alte Teile, wie beispielweise der Lenné-Garten am Schloss, restauriert und neue Gestaltungen mit attraktiven Pflanzungen ergänzt.
Die viel diskutierte Seilbahnanlage vom Deutschen Eck über den Rhein zur Festung Ehrenbreitstein ist sicherlich ein besonderes Highlight für viele Besucher; denn diese Perspektive ist auch für die Koblenzer Bürger eine echte Attraktion.
![]() Abb. 3: Fahrt mit der Seilbahn vom Deutschen Eck über den Rhein zur Festung Ehrenbreitstein. |
Abb. 4: Blick vom Rheinufer auf die Festung Ehrenbreitstein. Fotos: K.G. Müller-Beck |
Nach der offiziellen Führung konnten sich die DRG-Teilnehmer nach eigener Interessenlage im Gelände der BUGA orientieren und dabei zahlreiche Details der Gestaltungselemente aufnehmen.
![]() Abb. 5: Alternative Böschungsbegrünung mit Gebrauchsrasen und Kräuterrasen mit Achillea millefolium. |
Abb. 6: Eine üppige Herbstbepflanzung im Blumenhof am Deutschen Eck. Fotos: K.G. Müller-Beck |
![]() Abb. 7: Rasen unter Trocken-Stressbedingungen an der Talstation der Seilbahn. |
Abb. 8: Rasen benötigt nach intensiver Nutzung durch Trittbelastung Zeit zur Regeneration. Fotos: K.G. Müller-Beck |
Die abschließende Station der Exkursion führte die DRG-Fachleute auf die Rasenflächen des Mittelrheinischen Golf-Clubs Bad Ems e.V.
Der Golfplatz zählt zu den renommierten Anlagen in Deutschland, er wurde 1928 erbaut. In den letzten Jahren wurden zahlreiche Bahnen einem „Facelifting“ unterzogen, so dass der Charakter der Parklandschaft unterstrichen wurde.
![]() Abb. 9: Golf-Grün beim Mittelrheinischen GC Bad Ems e.V. |
Abb. 10: Erläuterungen zur Platzpflege im Gelände des GC Bad Ems e.V. Fotos: K.G. Müller-Beck |
Gemeinsam mit dem Head-Greenkeeper, Franz-Josef Schüller, konnten sich die DRG-Teilnehmer beim Rundgang einen guten Eindruck von der Golfanlage verschaffen. Seit der Saison 2011 wird das Konzept des „nachhaltigen Greenkeepings“ praktiziert, dabei lautet die Zielsetzung: Gesundes Gräserwachstum bei reduziertem Einsatz von Wasser, Dünge- und Pflanzenschutzmitteln.
Zur Vertiefung folgte ein enges Referate-Angebot zur Thematik
„Gräser als lebender Baustoff“.
„Konzeption und Nachhaltigkeit von BUGA-Ausstellungen“
Referent: Jochen Sandner, Geschäftsführer der Deutschen Bundesgartenschau Gesellschaft (DBG)
„Ein fotografischer Rückblick: Rasenflächen auf Gartenschauen“
Referent: Andreas Klapproth, Ingenieur für Sportanlagen, Garten- und Landschaftsbau
„Wie viel Rasen braucht der Mensch? Zur Bedeutung von Rasenflächen im urbanen Raum“
Referent: Martin Blank, Landschaftsarchitekt BDLA
„Management der Grünflächenpflege in der Praxis“
Referent: Nils-Peter Petersen, Vertriebsleitung Gegenbauer Property Service GmbH
„Produktion von Rasengräsern“
Referent: Norbert Schenten, Anbauberater Deutsche Saatveredelung
„Markt und Versorgungslage Rasengräser 2011 bis 2015“
Referent: Holger Lürmann, Produktmanager DLF-Trifolium
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