Deutsche Rasengesellschaft e.V. DRG

 

Aktuelles: Bericht zum 109. Rasenseminar

Rasen im Mittelpunkt von „Grünflächen-Pflegemanagement“

Bericht zum 109. Rasenseminar der Deutschen Rasengesellschaft in Weiler/Allgäu, 21. und 22. Septemberr 2009

Autor: Dr. Klaus Müller-Beck, Vorsitzender Deutsche Rasengesellschaft

 

Auch zum 109. DRG-Herbstseminar waren über 70 Teilnehmer aus Italien, Österreich, der Schweiz, den Niederlanden und Deutschland nach Weiler im Allgäu angereist. Der entlegene Seminarort im Allgäu bereitete mit dem Tagungshotel Tannenhof die besten Voraussetzungen für ein offenes und informatives Rasenseminar.
Bei der Thematik „Grünflächen-Pflegemanagement“ beschäftigten sich die Referenten jeweils aus unterschiedlichen Betrachtungsweisen mit Fragen der Pflegebewertung, den Auswirkungen auf Pflanzenbestände, der Möglichkeit der Fremdvergabe und der Verwendung neuester Mähtechnik.

Mit der Exkursion am ersten Seminartag hatten alle Teilnehmer die Gelegenheit, die vielfältigen Nutzungskonzepte der Grünflächen wie Parkrasen, Sportrasen, Golfrasen oder Landschaftsrasen bis hin zur Dachbegrünung, zu erkunden. Die Besichtigungstour bot die einmalige Gelegenheit, rund um den Bodensee sowohl deutsche, österreichische als auch schweizerische Verhältnisse bei der Umsetzung von Pflegkonzepten zu vergleichen.

Einen bleibenden Eindruck hinterließ die Vorführung der automatischen (BIGMOW)

bzw. ferngesteuerten Mähtechnik (Rabo FLAIL) auf dem Golfplatz Lindau. Die Diskussion zur Frage der Technik-Trends in der Grünflächenpflege war sofort unter den Teilnehmern entfacht.

 

ferngesteuerten Mäheinheit Rabo FLAIL

Abb. 1:
Die Vorführung der ferngesteuerten Mäheinheit Rabo FLAIL auf dem Golfplatz Lindau war für die DRG-Seminarteilnehmer ein besonderer Höhepunkt der Exkursion.
Foto: K.G. Müller-Beck

 

vollautomatische, elektrisch betriebene Mäheinheit

Abb. 2:
Die vollautomatische, elektrisch betriebene Mäheinheit „BIGMOW“ war plötzlich der Star bei den Teilnehmern der DRG Exkursion.
Foto: K.G. Müller-Beck

Rasen und Bäume im Lindenhofpark Lindau

Die ursprüngliche Idee zur Entstehung des „Lindenhofs“ entstand vor über 150 Jahren, als sich der Kaufmann Friedrich Gruber eine herrschaftliche Villa mit englischem Landschaftsgarten planen und bauen ließ. Noch vor den Bauentwürfen für die Villa setzten bereits die Planungen für die Gartengestaltung ein. Mit der Anlage des Gartens wurde der renommierte Professor Maximilian Friedrich Weyhe (1775 -1846) beauftragt. Der Uferbereich des sanft zum See hin abfallenden Geländes wurde durch Mauern aus massiven Steinquardern mit einer breiten Freitreppe und halbrunden Bastionen, symmetrisch zur Hauptaussichtsachse der Villa, befestigt. Noch heute fasziniert die parallel zum Seeufer angelegte Lindenallee als geradlinige Promenade. 1956 kamen Villa und Park in städtischen Besitz und wurden der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Rund um die Villa sind die geometrischen Beete mit ihren Blumenrabatten durch pflegeleichte Rasenflächen ersetzt worden.

 

Villa Lindenhof in Lindau

Abb. 3:
Begrüßung der Exkursionsteilnehmer vor der Villa Lindenhof in Lindau. Im Vordergrund die in den Sommermonaten als Liegewiese genutzte Rasenfläche.

 

Lindenallee

Abb. 4:
Der einmalige Blick in die parallel zum Ufer verlaufende Lindenallee überzeugte die Seminarteilnehmer, dass mögliche Pflegeeingriffe zum Erhalt der Bäume nur schwer zu vermitteln sind.

Spannungsbogen von Intensiv- bis Extensivbegrünung

Intensive Pflegemaßnahmen zur Entwicklung bestimmter Pflanzenbestände auf dem Golfgrün bzw. zur Optimierung der Spielbedingungen auf den Fairways, wurden im Golfclub Lindau vom Head-Greenkeeper Manfred Schmid erläutert. Regelmäßige Nachsaaten dienen hier der Bestandsführung.

Mit der Besichtigung der Stadionanlage „Casino Bregenz“ standen Renovierungs- und Pflegemaßnahmen von Sportrasenflächen auf dem Programm.
Neben neu angelegten Landschaftsrasenflächen in Widnau führte die Exkursion zum Abschluss auch zur Besichtigung von extensiven Dachbegrünungen in Rorschach, Schweiz.

 

Planunterlagen

Abb. 5:
Besonderes Interesse fanden die Planunterlagen zum nachtäglichen Einbau einer Schlitzdrainage auf dem Stadionrasen in Bregenz.
Foto: K.G. Müller-Beck

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Landschaftsrasenflächen

Abb. 6:
In der Schweiz sorgte die Anlage eines Parks mit extensiv gepflegten Landschaftsrasenflächen für eine nachhaltige Diskussion bezüglich der Pflanzenbestände.Ergänzende Erläuterungen folgten später im Vortrag von Prof. Florineth.
Foto: K.G. Müller-Beck

Das Vortragsangebot beim 109. DRG-Rasenseminar Weiler i.A.:

  • „Grünflächen-Management, wer braucht das?“
     Referent: Prof. Martin Thieme-Hack, FH Osnabrück
  • „Grünflächen-Pflegemanagement – Einfluss auf den Pflanzenbestand“
    Referent: Prof. Florin Florineth, Uni Wien
  • „Grünflächen auf dem Dach – der Natur helfen“
    Referent: Landschaftsarch. Martin Streit, OH-Samen, CH
  • „Pflegemanagement am Beispiel Golfanlage – Dienstleister oder Eigenregie?“
    Referent: Dipl.Ing.agr. Hartmut Schneider, RFH, Uni Hohenheim
  • „Grünflächen-Pflegemanagement – Systematik und Einsatz geeigneter Maschinentechnik“
    Referent: Dr. Jörg Morhard, Uni Hohenheim

     

    eferenten des 109. DRG-Rasenseminars in Weiler i.A.

    Abb. 7:
    Die Referenten des 109. DRG-Rasenseminars in Weiler i.A. am 22. September 2009:v.li.: Martin Streit, Dr. Jörg Morhard, Prof. Martin Thieme-Hack, Prof. Florin Florineth, Dr. Klaus Müller-Beck (Moderator) und Hartmut Schneider.
    Foto: DRG

 

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