Autor: Dr. Klaus Müller-Beck, Vorsitzender Deutsche Rasengesellschaft
Auch zum 109. DRG-Herbstseminar waren über 70 Teilnehmer aus Italien, Österreich, der
Schweiz, den Niederlanden und Deutschland nach Weiler im Allgäu angereist. Der entlegene Seminarort
im Allgäu bereitete mit dem Tagungshotel Tannenhof die besten Voraussetzungen für ein
offenes und informatives Rasenseminar.
Bei der Thematik „Grünflächen-Pflegemanagement“ beschäftigten sich die
Referenten jeweils aus unterschiedlichen Betrachtungsweisen mit Fragen der Pflegebewertung, den
Auswirkungen auf Pflanzenbestände, der Möglichkeit der Fremdvergabe und der Verwendung
neuester Mähtechnik.
Mit der Exkursion am ersten Seminartag hatten alle Teilnehmer die Gelegenheit, die vielfältigen Nutzungskonzepte der Grünflächen wie Parkrasen, Sportrasen, Golfrasen oder Landschaftsrasen bis hin zur Dachbegrünung, zu erkunden. Die Besichtigungstour bot die einmalige Gelegenheit, rund um den Bodensee sowohl deutsche, österreichische als auch schweizerische Verhältnisse bei der Umsetzung von Pflegkonzepten zu vergleichen.
Einen bleibenden Eindruck hinterließ die Vorführung der automatischen (BIGMOW)
bzw. ferngesteuerten Mähtechnik (Rabo FLAIL) auf dem Golfplatz Lindau. Die Diskussion zur Frage der Technik-Trends in der Grünflächenpflege war sofort unter den Teilnehmern entfacht.

Abb. 1:
Die Vorführung der ferngesteuerten Mäheinheit Rabo FLAIL auf dem Golfplatz Lindau war
für die DRG-Seminarteilnehmer ein besonderer Höhepunkt der Exkursion.
Foto: K.G. Müller-Beck

Abb. 2:
Die vollautomatische, elektrisch betriebene Mäheinheit „BIGMOW“ war plötzlich
der Star bei den Teilnehmern der DRG Exkursion.
Foto: K.G. Müller-Beck
Die ursprüngliche Idee zur Entstehung des „Lindenhofs“ entstand vor über 150 Jahren, als sich der Kaufmann Friedrich Gruber eine herrschaftliche Villa mit englischem Landschaftsgarten planen und bauen ließ. Noch vor den Bauentwürfen für die Villa setzten bereits die Planungen für die Gartengestaltung ein. Mit der Anlage des Gartens wurde der renommierte Professor Maximilian Friedrich Weyhe (1775 -1846) beauftragt. Der Uferbereich des sanft zum See hin abfallenden Geländes wurde durch Mauern aus massiven Steinquardern mit einer breiten Freitreppe und halbrunden Bastionen, symmetrisch zur Hauptaussichtsachse der Villa, befestigt. Noch heute fasziniert die parallel zum Seeufer angelegte Lindenallee als geradlinige Promenade. 1956 kamen Villa und Park in städtischen Besitz und wurden der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.
Rund um die Villa sind die geometrischen Beete mit ihren Blumenrabatten durch pflegeleichte Rasenflächen ersetzt worden.

Abb. 3:
Begrüßung der Exkursionsteilnehmer vor der Villa Lindenhof in Lindau. Im Vordergrund
die in den Sommermonaten als Liegewiese genutzte Rasenfläche.

Abb. 4:
Der einmalige Blick in die parallel zum Ufer verlaufende Lindenallee überzeugte die Seminarteilnehmer,
dass mögliche Pflegeeingriffe zum Erhalt der Bäume nur schwer zu vermitteln sind.
Intensive Pflegemaßnahmen zur Entwicklung bestimmter Pflanzenbestände auf dem Golfgrün bzw. zur Optimierung der Spielbedingungen auf den Fairways, wurden im Golfclub Lindau vom Head-Greenkeeper Manfred Schmid erläutert. Regelmäßige Nachsaaten dienen hier der Bestandsführung.
Mit der Besichtigung der Stadionanlage „Casino Bregenz“ standen Renovierungs- und Pflegemaßnahmen
von Sportrasenflächen auf dem Programm.
Neben neu angelegten Landschaftsrasenflächen in Widnau führte die Exkursion zum Abschluss
auch zur Besichtigung von extensiven Dachbegrünungen in Rorschach, Schweiz.

Abb. 5:
Besonderes Interesse fanden die Planunterlagen zum nachtäglichen Einbau einer Schlitzdrainage
auf dem Stadionrasen in Bregenz.
Foto: K.G. Müller-Beck
.

Abb. 6:
In der Schweiz sorgte die Anlage eines Parks mit extensiv gepflegten Landschaftsrasenflächen
für eine nachhaltige Diskussion bezüglich der Pflanzenbestände.Ergänzende Erläuterungen
folgten später im Vortrag von Prof. Florineth.
Foto: K.G. Müller-Beck

Abb. 7:
Die Referenten des 109. DRG-Rasenseminars in Weiler i.A. am 22. September 2009:v.li.: Martin
Streit, Dr. Jörg Morhard, Prof. Martin Thieme-Hack, Prof. Florin Florineth, Dr. Klaus
Müller-Beck (Moderator) und Hartmut Schneider.
Foto: DRG
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